Messenachbericht SPS Die Automatisierung wird digital – 10 SPS-Highlights

Quelle: Pressemitteilung 15 min Lesedauer

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Software eats Automation – so habe ich schon vor einer Weile die Entwicklung der letzten Jahre in der Automatisierung beschrieben. Das zeigte sich auch wieder auf der SPS. Hier meine digitalen Messehighlights.

GEC zeigte auf der SPS moderne Fabrik-Virtualisierung als Basis für AI und Industrial Metaverse.(Bild:  German Edge Cloud)
GEC zeigte auf der SPS moderne Fabrik-Virtualisierung als Basis für AI und Industrial Metaverse.
(Bild: German Edge Cloud)

Natürlich ist Software nicht plötzlich in die Unternehmen gekommen, der Weg in die Digitalisierung ist eine Entwicklung über viele Jahre. Doch war Software in früheren Zeiten Beigabe oder schlicht Notwendigkeit, drängt sie in den letzten Jahren immer stärker in den Vordergrund und löst die Hardware als Kern des Produkts ab.

Ein anschauliches Beispiel ist der Automatisierungshersteller Pilz. Der Experte für Safety und Security rund um den Maschinenlebenszyklus präsentierte schon 1969 eine erste Steuerung vor, 1978 folgte mit der Pitronik, einer kompakten, programmierbaren Steuerung, der Einstieg in softwaregesteuerte Komponenten. Inzwischen dürfte es bei Pilz kaum ein Produkt geben, in dem nicht zumindest intern ein softwaregesteuerter IC die Funktion entscheidend mitbeeinflusst. Und natürlich vertreibt das Unternehmen auch Software, die allerdings als Add-On zu einer Hardware fungiert, beispielsweise Programmiersoftware für Steuerungen.

Myzel: Pilz durchdringt das gesamte Unternehmen

Die digitale Myzel Lifecycle Platform unterstützt Produktionsverantwortliche dabei, ihre Maschinen über den gesamten Lebenszyklus hinweg safe, secure, effizient und normenkonform zu betreiben.(Bild:  Pilz)
Die digitale Myzel Lifecycle Platform unterstützt Produktionsverantwortliche dabei, ihre Maschinen über den gesamten Lebenszyklus hinweg safe, secure, effizient und normenkonform zu betreiben.
(Bild: Pilz)

Doch nun geht Pilz einen Schritt weiter, die Hardware macht Platz und ein reines Softwareprodukt wird präsentiert: Myzel. Die SaaS-Plattform (Software-as-a-Service) läuft in der Cloud und unterstützt Produktions- und Sicherheitsverantwortliche dabei, ihre Maschinen über den gesamten Lebenszyklus hinweg safe, secure, effizient und normenkonform zu betreiben.

Im ersten Release unterstützt die Myzel Lifecycle Platform den Anwender dabei, sein Personal und seine Maschinen zu managen sowie gleichzeitig Gesetze und Sicherheitsanforderungen einzuhalten. Myzel besteht aus dem obligatorischen Kern myCore sowie frei wählbaren Bestandteilen, den Workflows. Zu Beginn bilden Betreiber in der Myzel Lifecycle Platform ihre Produktionsstandorte mit allen Maschinen und Anwendern digital ab.

In myCore werden dann alle relevanten Artefakte zu einer Maschine hinterlegt. Das können unter anderem Bedienungsanleitungen, Zertifikate, Protokolle oder Mitarbeiterdaten sein. Über das integrierte Asset Management sind diese Dokumente dann jederzeit von überall her abrufbar und verbessern den Überblick über den eigenen Maschinenpark.

Zusätzlich können Anwender zunächst aus drei verschiedenen Workflows wählen und diese nach Bedarf auf Monatsbasis abonnieren und nutzen:

  • mySafeDesign – Der Workflow für sicheres Maschinendesign führt den Anwender durch die Risikobewertung oder Validierung – sowohl für neue als auch für Bestandsmaschinen.
  • mySafeOperation – Mit dem Workflow für sicheren Maschinenbetrieb erhalten Anwender Unterstützung bei Wartung und Inspektion nach den gesetzlichen Vorschriften.
  • myAccessControl – Um die individuellen Zugangs- und Zugriffsrechte der Mitarbeiter zu managen, steht der Workflow für industrielles Zugangsmanagement bereit.

Hilfestellung für Sicherheit und Dokumentation

Hinter den jeweiligen Workflows verbergen sich verschiedene Checklisten und Vorlagen für die Umsetzung, um etwa den Wartungsbedarf an einer Maschine oder Berechtigungen und Qualifikationen der Mitarbeiter tagesaktuell im Blick zu behalten. Damit trägt Myzel zu einem besseren Überblick und gleichzeitig zu effizienteren Prozessen in der Produktion bei.

Über ein kundenspezifisches Dashboard haben Benutzer einfach den Status ihrer Assets im Blick und erkennen, wo Handlungsbedarf besteht – ob etwa Fristen ablaufen oder Nachweise fehlen. Zudem unterstützt die Plattform Anwender bei der Erstellung von Nachweisen und entsprechenden Dokumenten entlang des Lebenszyklus. Die Vorlagen entsprechen dabei dem Stand der Normen- und Gesetzeslage.

Die cloudbasierte Plattform entspricht höchsten Datensicherheitsanforderungen und ist zertifiziert nach ISO/IEC 27017 und ISO/IEC 27018. Alle Daten liegen auf Servern in der EU. Myzel bietet sogar eine KI: Man fotografiert eine neue Maschine von allen Seiten und die KI gibt Hinweise für die Sicherheitsanalyse, beispielsweise auf enge Durchgänge oder Ähnliches. Die KI ersetzt den Sicherheitsingenieur nicht, sie unterstützt ihn.

Das neue Angebot von Pilz ist für mich eine Blaupause für die Digitalisierung in der Komponentenindustrie: Man nehme die eigenen Stärken und das vorhandene Wissen – in diesem Fall alles rund um Safety und Security – und entwickle um diesen Kern herum eine Plattform, die dem Kunden den Umgang mit diesen Themen erleichtert. So nimmt man dem Anwender einen großen Teil der Bürokratie-induzierten Aufgaben ab und erleichtert ihm die ungeliebten Tätigkeiten wie Dokumentation und Überwachung von Fristen.

Doch auch andere Unternehmen zeigten auf der SPS, dass sie die Digitalisierung verstanden und entsprechende Produkte entwickelt haben.

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