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Wie kann der Betrieb schwermetallhaltige Abfälle aber umweltgerecht und kostengünstig entsorgen? Nahezu alle Metallbearbeitungsmaschinen sind mit Einweg-Kartuschefiltern oder Papierbandfilteranlagen zur Entfernung fester Stoffe ausgerüstet. In der Erstbeschaffung sind sie eher preiswert, verursachen dann jedoch erhebliche Betriebskosten durch Kartuschen, Papierbänder oder Anschwemmmedien und vor allem deren Entsorgung als Sondermüll.
Regenerierbare Filtersysteme senken die Kosten
Eine Kostenverringerung kann der Betrieb erreichen, indem er regenerierbare Filtersysteme einsetzt, die ohne Filterhilfsmittel auskommen, leichter zu bedienen sind und die Standzeiten der Maschinen bei Austausch nicht oder nur unwesentlich unterbrechen. Der Einsatz von 15000 bis 20000 Euro für so ein rückspülbares Filtersystem amortisiert sich durch die genannten Vorteile schon nach 5 bis 6 Jahren. Werden mehrere Erodiermaschinen an ein Filtersystem angeschlossen, halbiert sich diese Zeit.
Zur Entionisierung des Dielektrikums beim Erodiervorgang werden Ionenaustauscherharze verwendet: wasserfeste kugelförmige Stoffe, die ihre angelagerten erwünschten Ionen gegen die im Wasser vorhandenen unerwünschten Ionen austauschen. Dabei werden Kationen- und Anionenaustauscher als Mischbettharz eingesetzt. Mischbettharze können sowohl als Einweg- als auch als regenerierbare Harze hergestellt werden.
Der Unterschied besteht in der Qualität. Einwegharze sind relativ billig und sind keine gesiebte Qualität, sondern bestehen aus Harzbruch, Harzverklumpungen, kleinen oder viel zu großen Körnern. Sie werden ein einziges Mal beladen und gehen dann auf die Sondermülldeponie. „Bei regenerierbarer Qualität, wie wir sie verwenden, wird die Grob- und Feinkornfraktion ausgesiebt, um eine einheitliche Kornfraktion zu erhalten. Dies ist Voraussetzung für die Regeneration“, erklärt Groß.
Ionenaustauscherharze für das Dielektrikum lassen sich regenerieren
Beim Regenerationsvorgang werden die beladenen Harze mit Wasser aufgeschwemmt. Das helle, leichtere Anionenharz steigt nach oben, während sich das schwerere, dunkle Kationenharz nach unten absetzt. Je besser diese Trennung vonstatten geht, desto höher ist nach der Regeneration die Qualität. Wenn die Harze getrennt sind, wird der Kationenaustauscher je nach Beladung mit Kochsalz oder Säure regeneriert, der Anionenaustauscher mit Lauge. Übrig bleibt ein metallhaltiger Schlamm als Wertstoff.
„Wir haben eine große chemisch-physikalische Abwasserbehandlungsanlage, durch die täglich ungefähr 100 m³ Abwasser laufen, das aus der Regeneration dieser Harze entsteht“, erklärt Groß den Ablauf der Wiederaufbereitung. Hier werden die säure- und laugenhaltigen Konzentrate neutralisiert, die anfallenden Schwermetalle gefällt und über Kammerfilterpressen Hydroxidschlämme abgetrennt.
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