Mikrosystemtechnik Mikrosystemtechnik hat zweistellige Wachstumsraten

Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Jürgen Schreier

Der Einsatz von Mikrosystemen ist für viele Wirtschaftsbranchen existenziell. Denn in vielen Branchen basieren Produktinnovationen auf Neuerungen aus dem Bereich der Mikrosystemtechnik. Aktuelle Entwicklungen in der Medizin und der Biologie wären ohne sie undenkbar. Die Wachstumsrate liegt im zweistelligen Bereich.

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Prof. Dr.-Ing. Helmut F. Schlaak, TU Darmstadt: "Deutschland ist es gelungen, im Bereich der Mikrosystemtechnik eine führende Rolle einzunehmen." (Bild: TU Darmstadt)
Prof. Dr.-Ing. Helmut F. Schlaak, TU Darmstadt: "Deutschland ist es gelungen, im Bereich der Mikrosystemtechnik eine führende Rolle einzunehmen." (Bild: TU Darmstadt)

Die Mikrosystemtechnik (MST) gehört zum Bereich der Mikrotechnik. Ihre Aufgabe besteht in der Entwicklung und Herstellung von Mikrosystemen. Dies geschieht dadurch, dass beispielsweise mikromechanische oder mikrooptische Bauelemente mit mikroelektronischen Schaltungen in einem komplexen System kombiniert und integriert werden. Die Mikrosystemtechnik wird heutzutage in vielen Wirtschaftsbranchen eingesetzt, ohne dass es den Nutzern bewusst ist.

Mikrosystemtechnik spielt in der Sensorik große Rolle

Besonders in der Sensortechnik spielt sie heute eine große Rolle. Anwendungen der Mikrosystemtechnik finden sich in Schlüsselbranchen wie der Automobil-, Automatisierungs- und Medizintechnik. Auch viele Produkte der Informations- und Kommunikationstechnik sowie Erzeugnisse aus dem Konsumgüterbereich kommen ohne diese Technik nicht mehr aus. Weitere Anwendungen gibt es in der Luft- und Raumfahrt oder in der Optik.

In vielen Branchen basieren Produktinnovationen auf Neuerungen aus dem Bereich der Mikrosystemtechnik. „Nach wie vor werden dort zweistellige Wachstumsraten erzielt“, sagt dazu Prof. Dr.-Ing. Helmut F. Schlaak von der Technischen Universität Darmstadt. „Mit einer Vielzahl von aktiven, oft mittelständisch aufgestellten Unternehmen, die von innovativen Forschungseinrichtungen unterstützt werden, ist es Deutschland gelungen, eine weltweit führende Rolle im Bereich der Mikrosystemtechnik einzunehmen“, führt der Leiter des Lehrstuhls für Elektromechanische Systeme mit den Arbeitsgebieten Mikrosystemtechnik, Mikroaktorik und Mikrooptik weiter aus.

Pharmazeutische Substanzen müssen direkt am neuralgischen Punkt wirken

Ein Beispiel aus der Medizintechnik ist das auf dem Mikrosystemtechnik-Kongress in Darmstadt gezeigte Querschnittlähmungsimplantat QLIMP Implant For Spinal Cord Regeneration. „Mithilfe des mechanischen Mikrosystems ist es möglich, das Gewebe des Rückenmarks durch einen geregelten Unterdruck in ein System aus Mikroröhren einzuführen“, erläutert Christian Voß von der Technischen Universität Hamburg-Harburg.

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