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Bei Schweißverfahren immer am Puls der Zeit
Bei den Schweißverfahren blieb das Augsburger Unternehmen immer am Puls der Zeit. 1957 entwickelte man eine Buckelschweißmaschine, 1958 kam das Rollennahtschweißen hinzu. 1966 etablierte Kuka das Reibschweißen als industrielles Fügeverfahren. Zahlreiche Kuka-Innovationen prägen seitdem diesen Bereich und zusammen mit der Steuerungstechnik sorgen sie für optimale Prozesse. Im Jahr 1971 gelang dann der nächste große Wurf: An die Daimler-Benz AG wurde die erste Schweißtransferstraße mit Robotern in Europa geliefert. Die Anlage mit fünfachsigen Robotern des US-Fabrikats Unimation fertigte die Seitenwände für die S-Klasse.
Bei aller Konzentration auf Schweißtechnik und Anlagenbau zeigte Kuka auch immer die Offenheit für Neues. So widmete man sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch ganz anderen Produktfeldern. 1948 begann Kuka mit dem Bau von Doppelzylinder-Rundstrickmaschinen. In der Augsburger Tagespost vom 26. März 1949 hieß es: „In diesen Tagen wurde nun der Kuka-Selecta-Doppelzylinder-Rundstrickautomat bei Keller & Knappich fertiggestellt und lieferte zwei Stunden nach der Inbetriebnahme bereits fehlerfreie Ware. In 4 ½ Minuten entsteht ein Herrensportstrumpf, der durch einen zusätzlichen Flächenmusterapparat in vielen Strickarten variiert werden kann.”
Ausflug in die Fertigung von Schreibmaschinen für die Aktentasche
In der gleichen Ausgabe berichtete die Zeitung über einen weiteren Produktzweig: die Schreibmaschinenfertigung. „Der Traum von der Kleinstschreibmaschine in der Aktentasche ist Wirklichkeit geworden. 64 mm hoch und zehn Pfund schwer ist das neue Modell Princess, das Keller & Knappich zu einem niedrigeren als sonst für Schreibmaschinen üblichen Preis herausbringt. Das Gewicht hofft man noch weiter auf acht Pfund zu reduzieren. Die Schreibmaschine ist für eine Leistungsfähigkeit bis zu 500 Anschlägen in der Minute konstruiert und wird vor dem Verlassen des Werks sorgfältig mit eigenen Vorrichtungen auf ihr fehlerloses Funktionieren und ihre Dauerhaftigkeit hin überprüft.”
Im Jahr 1973 war es dann so weit, der erste Kuka-Roboter erblickte das Licht der Welt. Nachdem die Augsburger bereits langjährige Erfahrung mit dem Einsatz von Fremdfabrikaten gesammelt hatten, waren schließlich Forderungen aus der Automobilindustrie nach leistungsstarken und zuverlässigen Robotern der Anlass für die Entwicklung eines eigenen Industrieroboters mit dem Namen Famulus. Er ist der erste Roboter mit sechs elektromotorisch angetriebenen Achsen. Von den zwei gebauten Prototypen dient ein Gerät dazu, auf Messen und bei Vorführungen das Anforderungsprofil an Industrieroboter mit Anwendern zu diskutieren. Der zweite Famulus arbeitet in der Karlsruher Stahlflaschenfertigung der IWKA.
Wie sich bald zeigt, entspricht der Famulus nicht im vollen Umfang den Anforderungen. Kuka entscheidet sich daher für die Entwicklung eines neuen Robotertyps: des IR 6/60. Er hat ebenfalls sechs elektromechanisch angetriebene Achsen und ist mit einer Winkelhand ausgerüstet. Die Steuerung kommt von Siemens. Im Normalbetrieb kann er Lasten bis 60 kg, bei langsamer Fahrweise sogar bis 100 kg bewegen.
Robotersteuerung auf PC-Basis ist kleine Revolution
Für einen Quantensprung sorgte die Kuka Roboter GmbH, zu Jahresbeginn erst als eigenständiges Unternehmen gegründet, auf der Hannover-Messe 1996. Es wurde eine neue Roboterbaureihe präsentiert, die sich durch eine sehr bedienerfreundlich konzipierte Steuerung auszeichnete. Vereinfachte und optimierte Mechanik, dynamische und präzise Antriebe, Energiezuführungen innerhalb der Robotermechanik, kompakte Abmessungen bei sehr großen Arbeitsbereichen und hohen Traglasten, einfache mechanische sowie steuerungs- und softwaretechnische Integration in Zellen und Anlagen waren die hervorstechenden Merkmale.
Dazu kam als kleine Revolution eine Steuerung auf PC-Basis und eine für jeden Anwender verständliche Benutzerführung unter Windows. Maßstäbe setzte auch das Programmierhandgerät für den Einricht- und Ser-vicebetrieb, in das eine sogenannte 6D-Maus integriert war. Diese erlaubte dem Bediener das Verfahren des Roboters im 1:1-Betrieb, und zwar mit allen sechs Achsen.
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