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So waren bei Kuka die Grundlagen geschaffen, um Mechanik und Steuerungstechnik zu einer neuen Generation von Robotern zusammenzuführen. Basierend auf dem Forschungsprojekt Leichtbauroboter (LBR) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelten ab 2005 die Industriepartner Kuka und Daimler ein serienreifes Produkt.
„Der modulare Leichtbauroboter hat sieben Drehgelenke und ist in Größe, Kraft und Bewegungsmöglichkeiten dem menschlichen Arm sehr ähnlich“, beschrieb damals Prof. Dr. Gerd Hirzinger, Leiter des Instituts für Robotik und Mechatronik am DLR, die Eigenschaften. Der in der Version LBR 4 nur 14 kg wiegende Roboter hat eine Nutzlast von 7 kg und verfügt über eine programmierbare Nachgiebigkeit. Durch seine integrierte Sensorik mit zwei Winkelsensoren und einem Momentensensor pro Gelenk sowie sechs Kraftmomentensensoren ist er in der Lage, äußeren Kräften nachzugeben.
Fingerspitzengefühl des Menschen mit Leistung des Roboters kombiniert
Zu ihrem weltweit ersten Serieneinsatz kamen zwei Leichtbauroboter dann 2009 in der Hinterachsgetriebemontage im Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim, Werkteil Esslingen-Mettingen. War die Synthese der hohen Produktivität automatisierter Lösungen mit der Flexibilität der manuellen Montage bis dahin ein nicht gelöstes Problem, so sollte das neue Robotersystem mit sensitiven Eigenschaften diese Lücke schließen. „Der Leichtbauroboter mit dynamischer Kraft-Momenten-Sensorik verbindet das Fingerspitzengefühl eines Menschen mit der Leistungsfähigkeit eines Roboters”, urteilte Dr. Michael Zürn, Leiter Produktions- und Werkstofftechnik bei der Daimler AG, bei der damaligen Pressekonferenz.
In dem vorgestellten Piloteinsatz wurden die beiden Leichtbauroboter in eine bestehende Linie integriert, an der zuvor manuell montiert wurde. Sie fädeln Tellerräder und Lagerschalen in Getriebegehäuse ein, fahren dafür aber keine vorprogrammierten Bahnen ab. Dank ihrer sensorgesteuerten Kraftmomentregelung tasten sie sich an Objekte heran und stellen sich auf veränderte Bedingungen ein. Sollte sich beispielsweise ein Bauteil nicht in der optimalen Position befinden, passen die Leichtbauroboter ihren Bewegungsablauf entsprechend an. Dabei kommen sie mit einfachen Werkzeugen ohne aufwendige Greifersensorik aus.
Den neuen Ansatz bei dieser Applikation veranschaulichte Manfred Gundel, Geschäftsführer der Kuka Roboter GmbH. „Industrieroboter erledigen eine Aufgabe 1000 Mal, die neue Robotergeneration 1000 Aufgaben, wenn es sein muss, nur ein Mal.“ Und schon damals stellte er treffend fest: „Der Leichtbauroboter ist ein Meilenstein für die Zukunft der Robotik und er wird neue industrielle Anwendungen für die Automatisierung öffnen.”
Schwerlastroboter schafft Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde
Aber auch in der klassischen Industrierobotik blieb Kuka nicht untätig. 2007 wurde der Schwerlastroboter KR 1000 titan im historischen Kraftwerk Rottweil während der „Nacht der Weltmeister” der Öffentlichkeit präsentiert. Im Rahmen dieses besonderen Events vor rund 150 geladenen Gästen zeigte der erste Industrieroboter der Welt mit einer Traglast von 1000 kg, was er heben kann. Und damit sicherte sich der Titan einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde.
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