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Generell geht es um ein Bewusstsein für Risiken, gekoppelt mit einem starken Risiko-Berichtswesen bei agilen Entscheidungsstrukturen. Im Notfall muss man sofort auf eine Rabattierung der eigenen Preise umschalten können. Kurz: Sich in der Krise befinden, heißt in Alternativen denken.
Turnaround verlangt Wissen um echte Wertschöpfung
Die strategisch besonders drängende Frage ist, worauf man das Geschäft auszurichten hat bei sich stark verändernden Absatzsituationen. Dazu muss der Unternehmer wissen, was „echte“ Wertschöpfung ist und wo eine starke Marktposition vorliegt – was für eine Know-how-Nische das Produktionsunternehmen also besetzt oder mit welcher spezifischen Kompetenz im Fertigungsverfahren ein Lohnfertiger dank technologisch guter Aufstellung in Produktion und Produktionstechnik punkten kann. Denn die Maschinenbaumärkte sind immer dann stark, wenn der Kunde aufgrund von Marktausbau und eigener Rationalisierung auf neue Maschinen setzt.
Die Basis jeder Sanierung sind zukunftsfähige Produkte, eine Produktion, in die ausreichend investiert wurde, so dass keine Altlasten aufgestaut sind, und eine ausbaufähige Kundenposition beziehungsweise ein Platz als Single-Source, bei dem Kunde und Unternehmen miteinander durch dick und dünn gehen.
Zu viele Mittelständler kennen nach wie vor nicht ihre individuellen Verlustbringer und bremsen stattdessen wesentliche Entwicklungsinvestitionen ab. Das ist fatal.
Zu viel Automatisierung macht unflexibel
Andere Unternehmen haben in der Vergangenheit auf zu viel Technik gesetzt. Eine hoch automatisierte Fertigung mit verketteten Produktionsanlagen und ausgefeilter Automatisierungstechnik beschränkt die Handlungsalternativen. Wichtig sind Rüstwechsel, kleine Serien und raschere Produktwechsel.
Was sich in der Wachstumsphase in Form des Ersatzes manueller Arbeit durch Automatisierungstechnik anbot, rächt sich jetzt. Laut Daten des European Manufacturing Survey des VDI dürfte die Organisation des Materialflusses vielerorts wichtiger sein als der Einsatz von rechnergeführten Lager-/Materialfluss-Systemen. Fundierte Vergleiche von Lebenszykluskosten helfen, dies aufzudecken.
Rasche Kostensenkung Voraussetzung für Turnaround
Sinkt die Nachfrage so dramatisch wie jetzt, muss der Maschinenbauer dort ausdünnen, wo es möglich ist – durch raschen Personalabbau in der Montage, durch eine Stückkosten-orientierte Optimierung des Produktionsprogramms, was oft verbesserte IT-Systeme voraussetzt, und dafür bei den indirekten Funktionen die Schrauben anziehen, insbesondere bei Lagerhaltung, Logistik und Disposition. Darüber hinaus müssen kleinere Lager und verkürzte Durchlaufzeiten vor allem in den vorgelagerten Bereichen wie Auftragsannahme und Entwicklung organisiert werden.
All dies fällt unter das Kapitel „Flexibilität der Kosten- und Finanzstrukturen“. In der Frage der Finanzierung bleibt die Grundregel ein „aktives Managen der Passivseite“.
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