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Welche Finanzierungsart passt zu welcher Investition? Anpassungen im variablen Bereich sind dabei das eine. Ohne die Fähigkeit, nötige Personalanpassungen bis hin zum Personalabbau – zunächst im indirekten Bereich – bezahlen zu können, wird es aber kaum gelingen, die reale Krise tatsächlich zu überleben.
Und der Maschinenbauer muss Geld für eine Akquiseoffensive dort bereit halten, wo die Märkte als erstes wieder anziehen. Unter Umständen ist ein Unternehmen, das Komponenten für den OEM in China oder Indien liefert, so unverzichtbar, dass der kaum auf konkurrierenden Ersatz ausweichen kann.
Dann sollte es sich durch Aufkäufe, Einstellung relevanten Personals und beispielsweise eine Erhöhung des Vertriebsaufwandes bewusst antizyklisch verhalten. Auch das muss in die Betrachtung von Cashflow und Sicherung der Liquidität einbezogen werden.
Punkten für neues Kapital mit unternehmerischer Turnaroud-Perspektive
Abschließend noch ein Blick auf die Akteure: Die Bedeutung der örtlichen Finanzinstitute zur Vorfinanzierung künftigen Wachstums hat stark zugenommen. Für neues Gesellschaftskapital gilt es, mit unternehmerischer Perspektive zu punkten.
Im Turnaround-Management werden jedoch vor allem Private-Equity-Firmen eine wesentliche Rolle spielen. So hat das Private-Equity-Unternehmen 3i angekündigt, in den kommenden Jahren rund ein Fünftel des Geldes in Deutschland zu investieren – sowohl in Form von Minderheitsbeteiligungen oder Wachstumsfinanzierungen als auch in Form kreditfinanzierter Komplettübernahmen. Aktuell herrscht zwar noch Unsicherheit vor, wie viel Geschäft nach der Krise zum Maschinenbau zurückkommt und wie die Unternehmen deshalb zu bewerten sind.
Turnaround-Kandidaten können derzeit starke Marktteilnehmer herausfordern
Das heißt im Umkehrschluss: Jetzt scheinbar starke Marktteilnehmer werden in Zukunft besonders durch Unternehmen herausgefordert, die von starken Investoren saniert aus einer Insolvenz heraus fortgeführt werden. Und: Sollten Unternehmen mit hohen Überkapazitäten sich mit anderen zusammentun wollen (Stichwort Marktbereinigung), um ihre Fixkosten dadurch zu senken, dass sie Fabriken und indirekte Produktionsbereiche zusammenlegen, dann wird auch dies Investoren anziehen. Denn jede Neustrukturierung des Zulieferumfeldes verspricht denen, die solche Prozesse beschleunigen und unterstützen oder sie mit Eigenkapital hinterlegen, hohe Renditen – und den Geldnehmern, ihre zum Teil sehr hohen Abhängigkeiten von Banken zu reduzieren.
So zeichnet sich durch die zunehmende Zahl langfristig engagierter Private-Equity-Investoren ein Ansatz „Geld ohne Bank“ ab. Das gelingt jedoch nicht ohne den Gesetzgeber. Bei Aufkäufen und Zusammenschlüssen die steuerlichen Verlustvorträge zu erhalten und Sanierungsgewinne steuerfrei zu stellen, wäre dessen Beitrag zum Turnaround-Management.
Dr. Harald Balzer ist Vorstandsvorsitzender der Concept AG in 70567 Stuttgart.
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