Druckluft

Mit einigen Kniffen lassen sich die Druckluftkosten im Zaum halten

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Anwender kennen oft nicht die Möglichkeiten zur Kostensenkung bei Druckluft

Dazu macht der Bielefelder Hersteller Druckluftmessungen, bei denen die aktuelle Situation einer optimierten Variante mit dem besten Wirkungsgrad gegenübergestellt wird. „Hier kommen dann wieder die Aspekte energieeffiziente Drucklufterzeugung, Wärmerückgewinnung, Druckreduzierung, Leckagebeseitigung, Optimierung der übergeordneten Steuerung auf den Tisch und werden anhand von Zahlen, Daten und Fakten geprüft und optimiert“, sagt Richter. Zum Beispiel könnten über eine Wärmerückgewinnung oftmals 80 bis 90 % der vom Kompressor aufgenommenen Kilowattstunden an Gas oder elektrischer Energie eingespart werden.

Laut Ruppelt ist vielen Anwendern nicht bekannt, wie sie in ihrer Druckluftanlage Energie sparen können: „Bestes Beispiel hierfür ist die Wärmerückgewinnung oder der Einsatz von übergeordneten Steuerungen. Diese Maßnahmen zur Energieoptimierung von Druckluftsystemen sind in vielen Betrieben unbekannt, obwohl sie zu einer wesentlichen Energieeffizienzsteigerung führen. Häufig wissen Unternehmen gar nicht, dass sie die Wärme, die die Kompressoren produzieren, zum Beispiel für Heizzwecke oder für Prozesswärme sozusagen weiterverwenden können.“

Druckluftverbrauch hat noch viele Ansätze zur Optimierung

Im laufenden Betrieb gibt es beim Druckluftverbrauch noch viele Ansätze für eine Optimierung. „Beseitigung von Leckagen, Reduzierung des Betriebsdruckes, Qualitätsanforderungen an die Druckluft so niedrig wie möglich und nur so hoch wie nötig, Überprüfung der Notwendigkeit eingesetzter Filter, Reduzierung der Leerlaufzeiten der Kompressoren, Sicherstellung einer ausreichenden Be- und Entlüftung des Kompressorraumes und Belüftungsvarianten zur Senkung der Umgebungstemperaturen, die Größe des Druckluftbehälters prüfen sowie regelmäßig Instandhaltungen durchführen“, nennt Theis als Beispiele. „Kostenlose Maßnahmen gibt es leider nicht, es entstehen zumindest immer Arbeitskosten für Planung und Durchführung – und diese sind meist nicht unerheblich“, merkt er jedoch an.

Einen besonderen Tipp hat Hempel parat, wenn es einen Verbraucher gibt, der einen sehr hohen Druck benötigt: „In diesem Fall ist es eventuell sinnvoll, den einen Verbraucher mit einer eigenen Druckluftversorgung auszustatten, entweder als dezentrale Versorgung oder mittels Nachverdichter.“

Ein Augenmerk auf Professionalität im Umgang mit Druckluft legt Richter: „Anwender sollten sicherstellen, dass nur kompetente Fachleute die Druckluftstationen planen, installieren und upgraden.“

Aber auch die Wartung sei bei der Energieeffizienz ein wichtiger Aspekt. „Hier sind ebenfalls Profis gefragt“, so Richter. Ein Wartungsprogramm für die Druckluftstation inklusive Leckagesuche und -abdichtung sollte mit dem Druckluftpartner entwickelt und implementiert werden. Schließlich könnten bei Betriebsstillstand oder Betriebspausen die Druckluftstationen in den nicht benötigten Bereichen ausgeschaltet werden. „Dies wird oftmals geprüft und umgesetzt“, berichtet der Boge-Fachmnann.

Kosten schnell amortisiert nach Verbesserung der Druckluftanlage

Ein höheres Einsparpotenzial sieht er bei kleineren Druckluftanlagen: „Der Unterschied zwischen großen und kleinen Druckluftstationen besteht darin, dass bei großen Druckluftstationen bereits von Beginn an die Energieeffizienz im Fokus steht und damit ein geringeres Potenzial bei der Optimierung hinsichtlich Erzeugung besteht. Allerdings ist nach der Installation oft kein professionelles Druckluftmanagement erkennbar. Bei kleineren Druckluftanlagen ist das Poten-zial meist von Beginn an höher, hier hat der Einkauf oft das letzte Wort, und wird dieser nicht technisch unterstützt, werden billige Druckluftstationen statt geringerer Druckluftkosten eingekauft.“ Dagegen sieht Ruppelt keinen gravierenden Unterschied: „Bei Klein- und Großbetrieben sind die Einsparmöglichkeiten ähnlich gelagert. Während kleine Betriebe prozentual sehr hohe Einsparungsraten haben, sind bei Großbetrieben die Einsparungen prozentual geringer, jedoch die Absolutbeträge wesentlich höher. Im Allgemeinen muss davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Kosten für die Optimierung von Anlagen sich innerhalb von einem Vierteljahr bis zu maximal zwei Jahren amortisiert hat.“

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