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Dichtheitsprüfung in der Industrie

Mit Formiergas genauso exakt wie mit Helium

| Redakteur: Nadine Schweitzer

Ein Gerät für die Schnüffellecksuche arbeitet mit dem höchsten Gasfluss am Markt und – je nach den Anforderungen – mit unterschiedlichen Prüfgasen.

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Über Feldbusschnittstellen lässt sich das Lecksuchgerät in automatisierte Abläufe und Kontrollschleifen einbinden.
Über Feldbusschnittstellen lässt sich das Lecksuchgerät in automatisierte Abläufe und Kontrollschleifen einbinden.
(Bild: Inficon)

Inficon in Köln, ein weltweit tätiger Hersteller von Instrumenten für die Dichtheitsprüfung, zeigt auf der Motek eine neue Variante für die industrielle Schnüffellecksuche. Das unter der Bezeichnung XL3000flex vorgestellte Gerät ist Inficon zufolge das Erste dieser Art, das Lecks mit Formiergas (95 % Stickstoff und 5 % Wasserstoff) genauso exakt nachweist wie mit Helium. Mit beiden Prüfgasen liegt die kleinste nachweisbare Leckrate bei 1 × 10-7 mbar × l/s.

Mit dem neuen Schnüffellecksucher könne man immer das Prüfgas nutzen, das am einfachsten und zu den niedrigsten Kosten zu beschaffen sei, betont Inficon und weist daraufhin, dass das Gerät mit der High-Flow-Technologie von Inficon ausgestattet sei – das bedeute, dass es mit dem höchsten Gasfluss arbeite, den es am Markt gebe: mit 3000 sccm.

Aufgrund des hohen Gasflusses lässt sich die Schnüffelspitze in einiger Entfernung und mit höherer Geschwindigkeit als sonst üblich über das zu prüfende Teil bewegen. Das hat laut Inficon den Vorteil, dass auch unerfahrene Bediener noch zuverlässige Ergebnisse erzielen können, obwohl sie die Schnüffelspitze eventuell mit zu hohem Abstand oder zu hoher Geschwindigkeit über ein zu prüfendes Teil führen.

Viele Schnüffellecksuchgeräte saugen Gas mit lediglich 60 sccm an. Beträgt der Abstand der Schnüffelspitze vom zu prüfenden Teil bei einem solch niedrigen Gasfluss 6 mm, werden Lecks von 1 × 10-3 mbar × l/s (etwa bei Öllecks) auch dann nicht erkannt, wenn die Schnüffelspitze statisch über der Leckstelle verharrt.

Hingegen erkennt der neue Schnüffellecksucher XL3000flex mit seinem Gasfluss von 3000 sccm solche Lecks in 6 mm Abstand sogar noch bei Scangeschwindigkeiten von 10 cm/s zu 100 %. Ein hoher Gasfluss sei für die Zuverlässigkeit einer dynamischen Schnüffellecksuche entscheidend, betont Inficon.

Um Bediener im manuellen Lecksuchprozess optimal zu unterstützen, hat Inficon das neue Gerät mit vier redundanten Alarmvarianten für drei Sinne ausgestattet: für Gehör, Tastsinn und Augen. Detektiert das Gerät ein Leck, dessen Größe die Grenzleckrate übersteigt, die für die Prüfung definiert wurde, wird Audioalarm im Basisgerät und im Handgriff der Schnüffelspitze gegeben.

Gleichzeitig beginnen LED in der Schnüffelspitze zu blinken, das Display im Handgriff wechselt die Farbe von Grün zu Rot, und der Handgriff beginnt zu vibrieren. Für den Audioalarm sind verschiedene Signaltöne einstellbar, um Verwechslungen mit benachbarten Suchgeräten zu vermeiden.

Der Schnüffellecksucher soll unter Produktionsbedingungen höchste Zuverlässigkeit aufweisen. Er eignet sich, so Inficon, für raue Produktionsumgebungen, erlaubt hohe Prozessgeschwindigkeiten und detektiert Lecks auch bei einem erhöhten Prüfgasuntergrund. Über Feldbus-Schnittstellen kann das Gerät in industrielle Applikationen wie etwa eine statistische Prozesskontrolle integriert werden. Auch eine Anbindung an übergeordnete Qualitätssysteme ist möglich.

Darüber hinaus machen Feldbus-Schnittstellen die automatisierte Schnüffellecksuche möglich. Dabei bewegt ein Roboterarm die Schnüffelspitze mit einem Sicherheitsabstand über die zu prüfenden Teile. Auch für dieses Einsatzszenario ist die High-Flow-Technologie mit dem hohen Gasfluss von 3000 sccm Inficon zufolge unverzichtbar – Schnüffellecksucher mit nur 60 sccm würden hier völlig versagen.

Inficon GmbH auf der Motek, Halle 3, Stand 3321

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