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Mit fünf Achsen zur Rundumbearbeitung

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Zudem verbessert die Fünf-Achs-Bearbeitung die Oberflächenqualität und verkürzt die Fertigungszeit. Das wird anschaulich am Beispiel einer schrägen Fläche deutlich: Müsste eine Drei-Achs-Maschine diese Fläche mit vielen kleinen Schnitten zerspanen, bietet das fünfachsige Positionieren die Möglichkeit, das Werkzeug im geforderten Winkel an diese Fläche zu bringen und in einem Durchgang das Material abzutragen. Mit fünf Achsen sind alle Positionen an einem Werkstück erreichbar. Außerdem lassen sich die Werkzeuge so effizienter einsetzen, indem durch ein Schrägstellen bei gleichem Vorschub größere Schneidenlängen realisierbar sind, was die Schnittkräfte reduziert.

Der Trend zur Fünf-Achs-Bearbeitung ist weiter ungebrochen

Die Vorteile sind also offensichtlich und haben auch die Anwender überzeugt. „Alleine Deckel Maho Pfronten hat bis heute gut 15.000 Fünf-Achs-Maschinen im Markt platzieren können und großen Anteil am Status von DMG Mori als Technologie- und Weltmarktführer im Fünf-Achs-Bereich“, konstatiert Geißler. „Dabei ist der Trend zur Fünf-Achs-Bearbeitung ungebrochen. Insbesondere der asiatische Markt bietet noch enormes Wachstumspotenzial, weil dort noch stark auf die Drei-Achsen-Bearbeitung oder allenfalls Fünf-Seiten-Bearbeitung gesetzt wird.”

Das jüngste Kind in der Fünf-Achs-Familie von DMG Mori feierte kürzlich auf der AMB in Stuttgart Weltpremiere: In ihrer vierten Generation wurde bei der DMU 125 P duoblock laut Unternehmen die Steifigkeit um 30 % erhöht. In gleichem Maße sei der Energieverbrauch gesenkt worden. „In der gesamten Peripherie der Maschine liegt enormes Potenzial, Energie zu sparen”, so Geißler. Erhebliche Einsparungen bringe ein effizientes Kühlaggregat mit Kaltwasserbeimischung anstelle eines permanent laufenden Geräts. Die Kühlschmierstoff-Pumpe werde zukünftig mit einem Drehzahlregler ausgestattet und verbrauche dadurch nur noch die für die Bearbeitung notwendige Energie.

Das Hauptaugenmerk liegt zukünftig auf dem Prozessumfeld

Um die Flexibilität der Fünf-Achs-Fräsmaschine zu steigern und die Bearbeitungszeiten zu reduzieren, haben die Entwickler auch die B-Achse überarbeitet. Sie sei mit noch größeren Lagern ausgestattet, was die Steifigkeit um 20 % erhöhen soll. Außerdem sorge der innen liegende Kabelschlepp für eine geringere Störkontur. Ab 2015 werden zudem die DMU- und Monoblock-Maschinen standardmäßig mit der neuen Speedmaster-Spindel ausgestattet, die innerhalb der Kooperation entwickelt worden ist. Als Highlights nennt DMG Mori die hohe Zerspanleistung sowie die lange Lebensdauer und hohe Genauigkeit durch große Spindellager und eine optimierte Abdichtung gegen Kühlschmierstoff.

Und wie sieht der Deckel-Maho-Geschäftsführer die Zukunft? Folgt vielleicht bald die Sechs-Achs-Bearbeitung? „An der Wirkstelle zwischen Schneide und Werkstück bietet sich bei der klassischen Fünf-Achs-Bearbeitung für DMG Mori als Maschinenhersteller nur noch wenig Verbesserungspotenzial. Das Hauptaugenmerk liegt vielmehr auf dem Prozessumfeld.” Stichworte seien die aussagekräftige Simulation und Kollisionskontrolle sowie die Programmierung und Bedienung. Darüber hinaus arbeite das Unternehmen mit den Baureihen Ultrasonic oder Lasertec an der Kombination von Verfahren. Aktuelle Themen seien in diesem Zusammenhang das Laserstrukturieren oder die neue Hybridmaschine Lasertec 3D für die additive Fertigung.

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