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Werkzeugmaschinen

Mit fünf Achsen zur Rundumbearbeitung

| Redakteur: Rüdiger Kroh

Geduld zahlt sich manchmal aus, das bewies DMG Mori schon beim Meilenstein Linearantriebe in Werkzeugmaschinen. Die Fünf-Achs-Bearbeitung verfolgte das Unternehmen trotz fehlender Anfangseuphorie beim Kunden konsequent weiter. Aus dem Vorreiter der 1980er-Jahre wurde so der Weltmarktführer bei Fünf-Achs-Maschinen.

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Komplexe Bauteile können auf Fünf-Achs-Werkzeugmaschinen in einer Aufspannung fertig bearbeitet werden. Die erzielbare Oberflächenqualität der DMG-Mori-Maschinen liegt bei Ra < 0,15 µm.
Komplexe Bauteile können auf Fünf-Achs-Werkzeugmaschinen in einer Aufspannung fertig bearbeitet werden. Die erzielbare Oberflächenqualität der DMG-Mori-Maschinen liegt bei Ra < 0,15 µm.
(Bild: DMG Mori )

Es gibt Diskussionen, die werden immer wieder von Neuem geführt, ohne zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen. Die Frage, ob nun die Drei-Achs- oder die Fünf-Achs-Bearbeitung besser ist, gehört ohne Zweifel dazu. Doch damit diese Debatte überhaupt geführt werden kann, bedurfte es erst einmal der technischen Möglichkeiten für die Fünf-Achs-Bearbeitung. Und die wurden in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschaffen.

NC-Schwenkrundtisch für gesteuerte fünfachsige Operationen

Ende 1985 präsentierte Maho in Pfronten erstmals einen NC-Schwenkrundtisch für gesteuerte fünfachsige Operationen auf den Fräsmaschinen der damaligen C-Baureihe. Die Drehbewegung des Tischs als vierte Achse und die Schwenkbewegung von und zur Maschine als fünfte Achse übernahmen wartungsfreie, bürstenlose Vorschubantriebe, die unmittelbar von der adaptierten Steuerung kontrolliert wurden. So recht mochten die Kunden aber noch nicht auf die innovative Idee anspringen, zumal vor allem die CAM-Systeme damals nicht adäquat mit den Möglichkeiten der Fünf-Achs-Technik mithalten konnten.

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Die Allgäuer ließen sich in ihrem Entwicklungsdrang aber nicht bremsen und keine zwei Jahre später gelang mit dem Fräs- und Bohrzentrum MH 700 S für die fünfachsige Fünf-Seiten-Bearbeitung der Durchbruch. „Für die damalige Zeit bahnbrechende Entwicklungen waren die kontinuierlich geregelten Achsen in der Kopf- und Tischtechnik sowie adäquate Entwicklungen in der CNC-Technik”, blickt Alfred Geißler, Geschäftsführer der Deckel Maho Pfronten GmbH, zurück.

Schwenkkopf mit gesteuerter B-Achse war maßgebliche Entwicklung

Die Besonderheit der Maschine aus dem Frühjahr 1987 war die Kombination aus NC-Schwenkrundtisch, programmgesteuertem Wechsel von horizontaler zu vertikaler Spindelposition sowie einem Werkzeugwechsler mitsamt Magazin für bis zu 36 Werkzeuge. Damit war es möglich geworden, selbst komplexe Werkstücke mannlos durch Pausen hindurch und in die Nacht hinein komplett in einer Aufspannung fertig zu bearbeiten. „Voraussetzung für die verfahrenstechnische Umsetzung der Fünf-Achs-Technik war die Verfügbarkeit einer spielfreien Antriebstechnik in den Rundachsen sowie der Einsatz direkter Messsysteme sowohl in den Rund- als auch in den Linearachsen”, urteilt Geißler. Außerdem habe die Fünf-Achs-Bearbeitung hohe Anforderungen an die Rechenleistung von CNC-Steuerungen gestellt, die zuvor nicht erfüllt werden konnten.

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