KRW Kugel- und Rollenlagerwerk Leipzig Mit hoher Qualität in Deutschland produzieren

Redakteur: Stefanie Michel

Der kleine Wälzlagerhersteller KRW aus Leipzig fertigt „Made in Germany“ in einer modernen Produktion hochwertige kundenspezifische Kugellager. CEO Dr. Götz Hanke erklärt, wie das Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben kann.

Anbieter zum Thema

„Wir konzentrieren uns auf das, was wir richtig gut können: mittlere und große Wälzlager zu bauen, die exakt auf die Anforderungen unserer Kunden zugeschnitten sind“, so Götz Hanke.
„Wir konzentrieren uns auf das, was wir richtig gut können: mittlere und große Wälzlager zu bauen, die exakt auf die Anforderungen unserer Kunden zugeschnitten sind“, so Götz Hanke.
(Bild: Michel)

Wie schafft es die KRW Leipzig, in einem Markt neben den großen Wälzlagerherstellern wie Schaeffler oder SKF bestehen zu können?

Dr. Götz Hanke: Weil wir uns auf das konzentrieren, was wir richtig gut können: mittlere und große Wälzlager zu bauen, die exakt auf die Anforderungen unserer Kunden zugeschnitten sind. Wunder können auch wir keine vollbringen, aber über unsere Schnelligkeit vom Auftrag bis zur Lieferung waren schon viele erstaunt.

Wie können Sie das ermöglichen?

Hanke: Ich mache das vor allem an drei Dingen fest: Die sehr kurzen Wege im Unternehmen machen uns flexibel. Zudem haben wir über 100 Jahre Erfahrung in der Wälzlagerbranche. Und wir konnten vor allem in den letzten Jahren, dank umfangreicher Investitionen, Produktionsmöglichkeiten schaffen, die keinen Vergleich mit den Großen der Branche zu scheuen brauchen. Bei unseren Lagern steht nicht nur „Made in Germany“ drauf, da ist auch Made in Germany drin – zu 100 Prozent!

Ist denn „Made in Germany“ in einer globalisierten Welt immer noch ein solch wichtiges Verkaufsargument?

Hanke: Nach unseren Erfahrungen ja. „Made in Germany“ verspricht technologisch hochwertige Präzisionsprodukte, die eine hervorragende Qualität aufweisen. Wälzlager wie die unseren müssen zuverlässig funktionieren. Fallen sie aus, steht die Produktion beim Kunden – und das wird teuer. Deshalb setzen beispielsweise auch viele Anlagenbauer aus Schwellen- und Entwicklungsländern auf unser Qualitätsversprechen und zahlen dafür gerne Dabei müssen aber unsere Preise fair und angemessen sein. Ich glaube, das ist der Fall.

Sie werben mit der langen Wälzlagertradition in Leipzig und letztlich auch mit der Erfahrung der Mitarbeiter, deren Zahl jedoch seit der Wende deutlich geschrumpft ist. Haben Sie da nicht auch sehr viel Know-how verloren?

Hanke: Das trifft in gewissem Maße zu. Aber wir haben auch sehr viel heutzutage benötigte Kompetenz hinzu gewonnen. Grundsätzlich gilt: Der technologische Stand unseres Unternehmens vor der Wiedervereinigung ist überhaupt nicht mit der Fertigung von heute zu vergleichen. Mit dem Stand von damals wären wir heute nicht überlebensfähig.

Wie haben Sie das Überleben gesichert?

Hanke: Wir haben uns in allen Bereichen gewissermaßen gesund geschrumpft, indem alte Maschinen ausgesondert oder grundlegend überholt und neue Maschinen angeschafft wurden. Heute besitzen wir deutlich weniger Maschinen, haben aber einen wesentlich höheren Output. Die verbliebene Mannschaft wurde weiterqualifiziert, sodass sie mit den neuen Technologien perfekt umzugehen weiß. Im Jahr 2010 investierten wir rund 1300 Manntage in die Weiterbildung unserer Kolleginnen und Kollegen. 2011 dürfte sich die Qualifizierung in ähnlicher Größenordnung bewegen. Das kostet zwar Zeit und Geld, zahlt sich aber in der Zukunft aus. Und für die sorgen wir auch mit unseren Ausbildungsaktivitäten für junge Leute vor. Rund 10 % unserer Mitarbeiter befinden sich in einem Ausbildungsverhältnis. Für dessen Qualität hat uns die IHK Leipzig gerade erst besonders belobigt – und das macht uns auch ein bisschen stolz.

* Das Interview führte MM-Redakteurin Stefanie Michel

(ID:33994080)