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Klebetechnik als einziges geeignetes Fügeverfahren
Für die Verbindung von Magnetring und Haltering kam für MS-Schramberg lediglich die Klebetechnik als Fügetechnologie infrage. Ein Magnet ist sehr spröde und deshalb funktioniert die Verbindung des Magnetrings mit dem Haltering nicht über einfache formschlüssige Verfahren, wie beispielsweise über Bördeln, sondern nur über die Klebetechnik.
Die Belastungen in einem Getriebe sind enorm. So muss ein Geberringsystem im Getriebe Temperaturen zwischen -40 und 180 °C sowie Drehzahlen von bis zu 10.000 min-1 standhalten. Erschwerend kommen zusätzlich Einflüsse wie Getriebeöl, Vibrationen und Stöße im Antriebsstrang hinzu. Sollte ein Geberringsystem ausfallen, würde das komplette Getriebe ausfallen und das Fahrzeug müsste zurück in die Werkstatt. Bei der Vorgängergeneration liegt die Ausfallrate bis heute bei 0 %.
Epoxidharz musste vor allem Temperaturtests bestehen
Für die Entwicklung und Umsetzung geeigneter Verbindungsmöglichkeiten zwischen Haltering und Magnetring wurde ein Entwicklungspartner eingeschaltet – in diesem Projekt der Industrieklebstoffhersteller Delo. Dieser unterstützte die Entwicklung mit seinem Wissen zur Klebstoffauswahl und den jeweiligen Klebstoffeigenschaften. Doch der Klebstoffhersteller schlägt nicht nur geeignete Klebstoffe vor, sondern führt auch gemeinsame Grundsatzuntersuchungen und Qualifikationsprüfungen an der Baugruppe durch.
Das Epoxidharz von Delo musste also im angeführten Beispiel zahlreiche Tests bestehen. Wegen der geografisch stark unterschiedlichen Einsatzorte der Getriebe sind das vor allem Temperaturtests: Temperaturwechselprüfung in Luft, in Öl, zahlreiche Medienbeständigkeitsprüfungen sowie mechanische Schockprüfungen (Bild 2 und 3).
Schlussendlich wurde ein hochfestes Epoxidharz aus der Produktgruppe Delo Monopox ausgewählt. Diese einkomponentigen Epoxidharzklebstoffe haben sich in den unterschiedlichsten Einsatzgebieten aufgrund ihrer guten Haftung sowie der ausgezeichneten mechanischen und elektrischen Eigenschaften bewährt. Sie sind warmhärtende, lösungsmittelfreie Reaktionsharzmassen und gelten als hochsicher. Durch die zusätzlich starke Medien- und Temperaturbeständigkeit ist die Funktion auch bei hochbeanspruchten Anwendungen, wie beispielsweise im Fahrzeugbau, gegeben.
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