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„Mitarbeiter mitnehmen“ hieß das Thema von Bernd M. Stütz, heute CEO des Pumpenherstellers Lewa in Leonberg. Er berichtete von der Sanierung eines mittelständischen Unternehmens aus der Werkzeugmaschinen-Branche, dessen Geschäftsführer er war. „Der Betrieb wies mit etwa 50 Mio. Euro Umsatz mehr als sechs Jahre lang ein negatives Ebit und einen negativen Cashflow aus“, so Stütz. „Dies ging einher mit einem Dauer-Personalabbau und fünf Geschäftsführern in sechs Jahren!“ Aufgabe war es, das Unternehmen kurzfristig erfolgreich und verkaufbar zu machen.
Denken über die Grenzen hinaus
Innerhalb eines Jahres wies das Unternehmen einen positiven Cashflow und ein Ebit von ±0 aus, wie Stütz vorausschickte. Entscheidend für den Erfolg war laut Stütz die Symbolik für die Mitarbeiter. Mit Mut sollte es gelingen, das „Das-haben-wir-schon-oft-versucht-Projekt“ zu knacken.
Von den klassischen Maßnahmen wie einer weiteren Kostenoptimierung oder Prozessverbesserungen kamen wenige zum Einsatz. Das Team entschied sich zum Beispiel für eine Auslastungs-Optimierung und eine Neudefinition des Projektmanagements. Dies förderte das Denken über die Grenzen hinaus: So entschied jeder Mitarbeiter selbst über Arbeitszeit und Reisekosten. Dies erzielte sehr positive Ergebnisse, wie Stütz berichtete. Vor allem die unkonventionellen Maßnahmen schafften es nach Aussage des Experten, die Mitarbeiter mitzunehmen.
Besonders wichtig sei dabei der Dialog mit allen Beschäftigten des Unternehmens gewesen. Sämtliche Mitarbeiter besuchten Workshops zum Thema: „Was können wir wie mit wem besser machen?“ Stütz dazu: „In Mitarbeitern steckt sehr häufig großes Potenzial, man muss nur wissen, wie man es hebt.“ Eine Maßnahme war auch, das Personal nicht weiter zu reduzieren. Statt sich auf Kostensenkung zu konzentrieren, lag der Fokus nun auf kreativen Ideen zur Umsatzsteigerung.
Arbeiten macht wieder Spaß
Die Verschönerung des Eingangsbereiches signalisierte den Mitarbeitern: Es lohnt sich, in das Unternehmen zu investieren. Groß angelegte Aufräum- und Säuberungsaktionen motivierten die Beschäftigten. Bestes Erfolgsergebnis war für Stütz zusätzlich zu den Fakten das Kompliment eines Mitarbeiters, der sagte: „Es macht wieder Spaß, hierher zur Arbeit zu kommen.“
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