2. VDMA-Kongress „Intelligenter Produzieren“

Mit Kreativität und Effizienz zum Erfolg

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Menschen entwickeln und miteinander reden

Mehr Spaß macht auch das Arbeiten in aufgeräumten Büros, wie Dr. Richard Glahn weiß. Er ist Leiter Verbesserungsprogramme der Siemens-Konzerngesellschaft Turbomachinery Equipment in Frankenthal. Sein Motto: „Kontinuierliche Verbesserung heißt: Prozesse entwickeln, insbesondere jedoch: Menschen entwickeln und miteinander reden“. In seinem Vortrag zeigte er, wie Firmen mit effizienter Verwaltung und effizienter Produktion ihre Gewinne massiv steigern und eine prozessorientierte Kultur erreichen.

„Keine noch so gute Produktion kann herausholen, was im Büro schiefläuft“, beginnt Glahn. So belegt eine von Microsoft im eigenen Haus durchgeführte Studie, dass Mitarbeiter im Büro durchschnittlich sechs Wochen pro Jahr mit Suchen verbringen. „Es gibt zwei Stellschrauben, um die Abläufe im Büro zu verbessern“, so der Experte, „das sind Suchzeiten und Bestände.“ In drei Schritte teilte er den Weg zu exzellenten Abläufen im gesamten Unternehmen ein (siehe Kasten).

Umsatzrendite hat sich in wenigen Jahren vervielfacht

Mit dem Drei-Level-Konzept hat er mit seinem Team im Jahr 2008 in dem 600 Mitarbeiter starken Unternehmen 1062 Maßnahmen umgesetzt und 116 Workshops durchgeführt. „Die Umsatzrendite hat sich in wenigen Jahren vervielfacht, und das ohne eine einzige Entlassung“, so Glahn. Das Projekt habe zu hoher Motivation und gesteigertem Prozessbewusstsein geführt.

Zur Umsetzung des Konzepts ernennt die Geschäftsführung einen Koordinator, der wiederum mehrere Moderatoren bestellt. Beauftragte in den Abteilungen stehen den Mitarbeitern bei Fragen oder Anregungen zur Verfügung. Der Zeitaufwand für den Einzelnen ist mit 5 bis 10% der Arbeitszeit gering, wie der Experte berichtet. Zu Beginn sollten alle Entscheidungsträger das Konzept diskutieren und eine gemeinsame Entscheidung treffen. Dann sollten Schulungen für alle Führungskräfte stattfinden, um mit dem Thema Kontakt aufzunehmen und mögliche Skepsis abzubauen.

Der erlebte Erfolg zählt

Anschließende Workshops durch die Moderatoren stellen sicher, dass die Mitarbeiter ausreichend informiert sind. Wenn alle die Methode verstehen und mit in den Prozess einbezogen werden, haben sie auch Vertrauen in die Ergebnisse und sind bereit, diese zu „leben“, wie Glahn erklärt. Erfolge spüren die Mitarbeiter sofort, was sehr wichtig ist, denn „der erlebte Erfolg ist das, was zählt“, so der Experte. Im Ergebnis verbessern sich laut Glahn Material- und Informationsfluss.

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