Linearführung Mit Linearschienen nahezu verschleißfrei durchs Prüfsystem

Autor / Redakteur: Alexander Mend / Stefanie Michel

Schienensystem statt Kettenantrieb: Für eine Lieferung eines neuen Prüfsystems für Kfz-Türen stellte ein Dienstleister um auf Linearführungen mit V-Führungslager. Damit kann eine höhere Genauigkeit erreicht werden – bei geringerer Wartung.

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Schienensystem statt Kettenförderung: Eine Prüfanlage nutzt nun Führungsschienen und Kurvensegmente zum Transport der Prüflinge durch die Prüfprogramme.
Schienensystem statt Kettenförderung: Eine Prüfanlage nutzt nun Führungsschienen und Kurvensegmente zum Transport der Prüflinge durch die Prüfprogramme.
(Bild: Hepcomotion)

Es galt einen Stammkunden zu beliefern, bei dem bereits neun Anlagen der L&_P Elektroautomatisations GmbH laufen, allesamt bestückt mit herkömmlichem Kettenantrieb. Für die zehnte – sie dient der vollautomatischen Prüfung von Seitenverkleidungen für Kfz-Türen – setzte das Unternehmen jedoch erstmals auf ein Schienensystem mit V-Führungslager, hergestellt von Hepcomotion. L&_P-Geschäftsführer Heinz Panzer räumt unumwunden ein: „Dass wir uns auf Neuerungen einlassen und sie austesten, ist für uns eigentlich ein tägliches Geschäft. Aber das war für uns schon ein sehr großer Schritt.“ Ein halbes Jahr nach der Auslieferung des fertigen Produkts zeigt sich Heinz Panzer jedoch zufrieden: „Wir haben nur positive Rückmeldungen bekommen.“ Und die haben das Hepcomotion-Transfersystem inzwischen für weitere Anlagen ähnlicher Art qualifiziert.

Eine der zentralen Dienstleistungen von L&_P ist die Entwicklung und Konstruktion von Prüfsystemen, wobei man zur Erstellung schlüsselfertiger Anlagen auch mit Linearführungsherstellern wie Hepcomotion zusammenarbeitet. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, manuelle Prozesse durch automatisierte Anlagen zu ersetzen, die zeitoptimiert und qualitätsorientiert sind“, so L&_P-Geschäftsführer Heinz Panzer. Als es im Jahr 2015 galt, im Auftrag eines BMW-Zulieferers eine neue Prüfanlage für Kfz-Türen mit hohem Wirkungsgrad zu konzipieren, waren hinsichtlich der zu verbauenden Linearführungskomponenten größtmögliche Genauigkeit bei reduzierten Wartungskosten zentrale Vorgaben.

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Schienensystem verdrängt überholte Kettenförderung

Als Schienensystem, bestehend aus geraden Führungsschienen und Kurvensegmenten, empfahl sich gleich aus mehreren Gründen die V-Führung von Hepcomotion. „Mit ihrer Hilfe sind wir in der Lage, einen Laufwagen mit fest stehenden Rollen spielfrei von einer Geraden in eine Kurve zu bewegen“, erklärt Hepcomotion-Beratungsingenieur Alexander Slubik. Verbaut wurde mit dem PRT2 ein Produkt zur kombinierten Dreh- und Linearbewegung, das unterschiedliche Anwendungen auf nur einem Schienensystem ermöglicht. Es ersetzte im vorliegenden Fall erstmals die herkömmliche, wartungsanfällige Kettenförderung, die auch hinsichtlich ihrer Präzision mit den gestiegenen Anforderungen nicht länger mithalten konnte. „Seitdem es ein ungleich robusteres Schienensystem gibt, kommt diese Alternative kaum noch zum Einsatz“, so Slubik.

Die zweistufige Prüfung von Innentüren verschiedener BMW-Baureihen erfolgt nach dem Durchlaufprinzip und dauert 16 bis höchstens 20 s. Die Anlage kann also, bevor sie verbaut werden, pro Tag bis zu 3200 Türen checken. Die erste der insgesamt vier Stationen ist der Einlegebereich. Hier werden rechte beziehungsweise linke Vorder- und Hintertüren von Hand zwischen die synchron geschalteten V-Führungen in konturgenaue Aufnahmen eingelegt, also quasi „schwebend“ durch die Anlage befördert, damit eine beidseitige Prüfung möglich ist. Ein Scanner ermittelt anschließend noch den jeweiligen Türtyp – ein ganz wesentlicher erster Schritt, denn es können über 40.000 Varianten einer einzigen Pkw-Tür existieren.

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