Linearführung

Mit Linearschienen nahezu verschleißfrei durchs Prüfsystem

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Nur Sekunden für eine Vielzahl von Prüfpunkten

Das eigentliche Prüfprogramm startet mit Station 2; dort gibt es eine mechanische Kontaktierung, wo die Elektrik getestet wird. „Konkret heißt das: Bei der Unterseite, der B-Seite, wo diese Komponenten montiert sind, wird im Zuge einer Strom- beziehungsweise Spannungsprüfung ermittelt, ob alle Steckverbindungen vorhanden und funktionstüchtig beziehungsweise ob die Schalterlampen elektrisch verbunden sind. Und wir prüfen zudem die beiden Seiten A und B ‚visuell‘ auf vollständig verbaute Komponenten“, erläutert Heinz Panzer. In der dritten Station folgen weitere Tests, die aus Taktzeitgründen in Stufe 1 nicht vorgenommen werden konnten. „Zusätzlich werden in dieser zweiten Prüfkabine die Türlichtstäbe auf Kontur, Ambiente und identische Helligkeit getestet. Alleine dieses Verfahren umfasst etliche Prüfpunkte.“

Und Hepcomotion-Beratungsingenieur Alexander Slubik ergänzt: „Der Trend hin zu einer Hundert-Prozent-Prüfung steigt, auch der allgemeine Qualitätsanspruch. Bei den neuen Baureihen von BMW erzeugen Dekorations-LEDs Atmosphäre im Fahrgastraum. Die Anlage prüft die gesamte Elektronik, aber auch das Licht und ermittelt, ob es einheitlich leuchtet, Farbunterschiede aufweist oder sonstige Mängel hat.“

Mit V-Führungslagern Kosten für Wartung und Ersatzteile gesenkt

Wurde auch dieser Check erfolgreich durchlaufen, steht bei Position 4 nur noch die Entnahme der getesteten Tür an. Derzeit obliegt diese Aufgabe noch einem Bediener, aber es ist vorgesehen, dass in künftigen Versionen derartiger Anlagen ein Roboter auch diesen Part übernimmt. L&_P baut sie seit nunmehr acht Jahren und inzwischen gibt es von ihnen schon mehrere Varianten. Doch die Ende Januar 2016 ausgelieferte war die erste mit einstellbaren V-Führungslagern von Hepcomotion. So konnten Verschleißerscheinungen minimiert und die Kosten für Wartung und Ersatzteile deutlich gesenkt werden.

Verbaut wurden zwei PRT2-Schienenovalsysteme für kombinierte Dreh- und Linearbewegungen, die auf geschliffenen Führungsschienen, sogannten „grinded slides“, laufen. Alexander Slubik: „Der Schliff bewirkt, dass die Oberfläche einen geringeren Rauheitsgrad aufweist und somit ein besserer Lauf stattfindet. Grundsätzlich gilt: Faktoren wie Abrieb und Verschleiß durch statische und dynamische Belastungen setzen zwingend voraus, dass ein solches Schienensystem sehr strapazierfähig zu sein hat.“ Und äußerst präzise angesichts von über einer Million Türverkleidungen, die die Anlage pro Jahr zu prüfen hat.

Positioniergenauigkeit auf jeden Fall erfüllt

Die zwei parallel laufenden Systeme sind nicht mechanisch miteinander verbunden und müssen exakt aufeinander ausgerichtet und positioniergenau sein, damit es keinen Verzug von rechts nach links gibt. Sie arbeiten im Master-Slave-Verfahren, die beiden Motoren werden gesteuert von Beckhoff-Aggregaten. Laut L&_P-Geschäftsführer Heinz Panzer laufen die beiden Träger-Units auf ein Zehntel genau synchron, wobei die moderne Technik gewährleistet, dass trotz der vielen Beschleunigungen und abrupten Stopps nichts verrutscht, verhakt oder herunterfällt. „Die geforderte Positioniergenauigkeit wird auf jeden Fall erfüllt“, ergänzt Hepcomotion-Beratungsingenieur Alexander Slubik. „Die Präzision sorgt dafür, dass die Messgeräte guten Input erhalten. Das erleichtert die Aufarbeitung der Daten, Fehler werden auf diese Weise minimiert.“

Ausgeliefert hatte L&_P die „Doorchecks“ mit einer Größe von 4,5 m × 1,8 m Anfang 2016: Weil das Feedback überaus positiv ausfiel, hat das Unternehmen inzwischen damit begonnen, ähnlich geartete Anlagen ebenfalls mit V-Führungen von Hepcomotion zu bestücken. „Bei den früher üblichen Kettenförderungen mussten wir immer mit Trockenfetten arbeiten und die Ketten regelmäßig spannen oder, wenn sie sich zu sehr gelängt hatten, über eine Laufzeit von sechs Jahren in der Regel auch zwei Mal austauschen. Allein die Wartungsfreundlichkeit prädestiniert das neue Transfersystem für die Zukunft, ist doch davon auszugehen, dass es über die gleiche Laufzeit hinweg keinerlei Verschleißerscheinungen zeigen wird. Und Schmierstoffe sind auch so gut wie keine mehr nötig“, so Panzer.

* Alexander Mend ist Vertriebsleiter bei Hepcomotion in 90537 Feucht

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