Druckluft-Notversorgung Mobile Druckluftstation kann Ausfälle überbrücken

Autor / Redakteur: Norbert Barlmeyer / Stéphane Itasse

Für die Instandhaltung müssen manchmal auch komplette Druckluftstationen stillgelegt werden. Damit die Produktion dennoch weiterlaufen kann, gilt es, die Druckluftversorgung anderweitig sicherzustellen. Zu diesem Zweck können mobile Druckluft-Leihstationen eingesetzt werden.

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Bild 1: Eine provisorische Druckluftstation kann dazu dienen, einen geplanten Ausfall während einer Reparatur zu überbrücken.
Bild 1: Eine provisorische Druckluftstation kann dazu dienen, einen geplanten Ausfall während einer Reparatur zu überbrücken.
(Bild: Aerzener)

Wie das im Detail funktionieren kann, zeigt das Beispiel der Brikettfabrik Wachtberg in Frechen. Das Tochterunternehmen der RWE Power AG verarbeitet dort jährlich 5,15 Mio. t Rohbraunkohle zu circa 900.000 t Braunkohlenstaub und zu circa 1,1 Mio. t Brikett. In einem zweiten Betriebsbereich produziert das werkseigene Kraftwerk mittels Brikettierkohle jährlich 0,983 TWh Strom. Für die kontinuierlich laufende Produktion beider Bereiche ist eine ausfallsichere Druckluftversorgung unverzichtbar.

Reparatur erzwingt Stillstand der Druckluftanlage

Bei einer Untersuchung wurde eine Leckage im Kühlwassersystem der drei Druckluft-Adsorptionstrockner festgestellt, die nicht redundant aufgebaut waren und nur über einen einzigen Absperrhahn getrennt werden konnten. Dieses Ergebnis machte eine Reparatur erforderlich, die jedoch nur bei Stillstand aller drei Trockner durchgeführt werden konnte. Da die Druckluft aber nicht ungetrocknet in die Netze eingespeist werden konnte, bedeutete der Stillstand der Trockner auch einen Stillstand der Kompressoren.

Ein kompletter Versorgungsstillstand der zentralen Druckluftstation während der Reparaturzeit hätte jedoch den Stillstand der gesamten Produktion bedeutet. Außerdem ergab die Untersuchung, dass auch im Bereich des Brand- und Sachwertschutzes Nachrüstungen erfolgen mussten, die nur während einer kompletten Stillsetzung des elektrischen Schalthauses über mindestens zwei Tage durchzuführen waren. Somit stand auch die elektrische Versorgung der werkseigenen Druckluftstation während des Reparaturzeitraums nicht zur Verfügung. Eine durchgängige Druckluftversorgung war für die Produktion des Werkes jedoch zwingend erforderlich.

Druckluft-Notversorgung ließ sich rechtzeitig planen

Einen Ausweg bot eine externe Notversorgung während des Reparaturzeitraumes. Da die Erkenntnisse nicht zu einer plötzlichen Notabschaltung führten, konnten alle Planungen und Vorarbeiten für eine externe Druckluftversorgung des Werkes während der Reparaturzeit in Ruhe Schritt für Schritt erledigt werden.

„Besondere Unterstützung erhielten wir bei der Planung und Realisierung des gesamten Projektes von Hendrik Springmann, dem Vertriebsingenieur für den deutschen Markt bei Aerzen International Rental, einem Tochterunternehmen unseres Lieferanten Aerzener Maschinenfabrik“, erläutert Christoph Zura, Betriebsingenieur im Bereich Kraftwerkstechnik. Das Unternehmen mit Hauptsitz im niederländischen Duiven hat sich mit einem umfangreichen Maschinenpark unter anderem auf die Notversorgung von Industrieunternehmen mit Druckluft spezialisiert.

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