CAD/CAM Modellierungsstrategie vor dem Umstieg auf 3D-CAD-Technik prüfen

Autor / Redakteur: Michael Campbell / Claudia Otto

Obwohl die Vorteile der 3D-CAD-Technik hinlänglich bekannt sind, gibt es für einen erfolgreichen 3D-Umstieg kein Patentrezept. Um den richtigen Weg von der 2D- zur 3D-Konstruktion zu wählen, müssen sich die Unternehmen über ihre Strategie und Arbeitsweise in der Konstruktion im Klaren sein. Dieser Beitrag soll Unternehmen helfen, den für sie geeigneten Modellieransatz zu wählen.

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Dank der rasanten Entwicklung der CAD-Technik bietet die 3D-Modellierung im Konstruktionsprozess eine Vielzahl von Vorteilen im Vergleich zur 2D-Konstruktion, selbst wenn die Daten nicht direkt für die Fertigung weiterverwendet werden. Anhand von 3D-Modellen lassen sich mögliche Bauteil-Kollisionen frühzeitig erkennen. Sie verbessern die Kommunikation mit nichttechnischen Abteilungen und sie erleichtern die Wiederverwendung von vorhandenen Konstruktionen.

Konstruktionsstrategie auf 3D-Modellierung abstimmen

In Verbindung mit entsprechenden Datenmanagement-Funktionen erlaubt die 3D-Modellierung außerdem das parallele Arbeiten im Team. Um das Nutzenpotenzial von 3D voll ausschöpfen zu können, müssen Konstruktionsstrategie und Modellieransatz allerdings aufeinander abgestimmt sein.

Für die 3D-Konstruktion stehen prinzipiell zwei unterschiedliche Ansätze zur Verfügung, nämlich die parametrische Konstruktionsweise und das explizite Modellieren. Beim parametrischen Ansatz definiert der Konstrukteur den Aufbau und zum Teil auch die Herstellung des Produktes über Features, Beziehungen und Bemaßungen, die in chronologischer Reihenfolge aufgezeichnet werden. Er entwickelt im Prinzip ein Grundkonzept für das Produkt, das sich über die Parametereingabe auch sehr leicht verändern lässt, sofern er die Abhängigkeiten und Zwangsbedingungen richtig gesetzt hat.

Im Unterschied dazu ermöglicht der explizite Ansatz dem Anwender, mit Hilfe von einfachen Operationen wie der Rotation oder Extrusion eines Profils schnell einen Grundkörper zu erzeugen, der über direkte Interaktionen mit der Modellgeometrie beliebig geändert werden kann. Dadurch braucht sich der Anwender keine Gedanken über seinen Modellaufbau zu machen, sondern kann ähnlich wie bei der 2D-Konstruktion einfach draufloskonstruieren und seine Entwürfe später flexibel wieder ändern, zum Beispiel Bauteile zerschneiden oder verschmelzen, ohne dass dadurch irgendwelche Beziehungen verletzt werden.

Ansprüche von Einzel- und Serienfertigern variieren

Welche der beiden Modellieransätze für ein Unternehmen besser geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren technischer und organisatorischer Natur ab. Eine wichtige Rolle spielt die Art der Produkte, die das jeweilige Unternehmen entwickelt, und wie es bei der Produktentwicklung vorgeht.

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