CAD/CAM

Modellierungsstrategie vor dem Umstieg auf 3D-CAD-Technik prüfen

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Für die 3D-Konstruktion stehen prinzipiell zwei unterschiedliche Ansätze zur Verfügung, nämlich die parametrische Konstruktionsweise und das explizite Modellieren. Bilder: PTC (Archiv: Vogel Business Media)

Wer kundenspezifische Produkte mit Konstruktionszyklen von wenigen Wochen und Monaten entwickelt und fertigt, benötigt ein 3D-System, das ihm bei Modelländerungen die maximale Flexibilität bietet. Normalerweise nutzen Einzelfertiger bei neuen Kundenprojekten vorhandene Konstruktionen und passen sie an die neuen Anforderungen an.

Kundenwünsche lassen sich schwer in Regeln fassen

Die Änderungen sind von Kunde zu Kunde unterschiedlich und lassen sich nur schwer in einheitliche Regeln fassen. Eine große Herausforderung ist außerdem die Vielzahl von Änderungen im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium, weil sich kundenseitig im Laufe der Entwicklung neue Anforderungen ergeben.

Anbieter von Standard- und Serienprodukten, die in einer großen Bandbreite von Modellvarianten hergestellt werden, sind hingegen mit dem parametrischen Modellieransatz sehr gut aufgehoben. Die Parametrik erlaubt es ihnen, eine Art generisches Produktmodell zu erzeugen, von dem alle Ausprägungen über die Eingabe von wenigen Parametern in Sekundenschnelle abgeleitet werden können. Im Idealfall kann man alle möglichen Ausprägungen in einer Familientabelle abbilden und die gesamte Konstruktion über die Eingabe von einigen Parametern steuern, ohne noch einen Zeichenstrich machen zu müssen.

Im Laufe der Zeit ergeben sich unvorhersehbare Änderungen

Bei vielen Neuentwicklungen wissen die Konstrukteure am Anfang noch nicht, wie ihr Produkt am Ende genau aussehen wird. Sie müssen im Laufe der Entwicklung unter Umständen flexibel auf neue Markt- oder Kundenanforderungen reagieren, die radikale Änderungen an ihren Produktmodellen zur Folge haben. Aber auch bei Produkten mit langen Lebenszyklen wie Sondermaschinen lässt sich immer schwerer vorhersagen, was sich im Laufe des Produktlebens alles an Änderungen ergeben wird.

Da sich die Konstrukteure bei der expliziten Modelliertechnik keine Gedanken darüber zu machen brauchen, wie und in welcher Reihenfolge sie ihre Modelle aufbauen, können sie mit den Modellen von Kollegen sehr einfach weiterarbeiten. Das hat nicht nur Vorteile bei der verteilten Produktentwicklung, das heißt, wenn Kollegen an anderen Standorten die Modelldaten nutzen sollen, sondern vereinfacht auch die Pflege von Produkten mit langen Lebenszyklen. Schließlich kann man nicht sicher sein, dass der Mitarbeiter, der das ursprüngliche Produktmodell erstellt hat, auch die späteren Änderungen und Anpassungen vornehmen wird.

(ID:294037)