CAD/CAM

Modellierungsstrategie vor dem Umstieg auf 3D-CAD-Technik prüfen

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Gleichzeitig erlaubt es den Unternehmen, Konstruktion und Detaillierung zu trennen und letztere an technische Zeichner zu delegieren, die auf den regionalen Arbeitsmärkten oft leichter zu finden sind als ausgebildete Ingenieure.

Externe Entwicklungspartner müssen flexibel sein

Mit der Verringerung der Entwicklungs- und Fertigungstiefe im Zuge des Outsourcings nimmt gleichzeitig die Notwendigkeit zu, Daten von externen Entwicklungspartnern möglichst flexibel weiterverarbeiten zu können. Oft kümmern sich externe Werkzeugbauer, Kunststofffertiger oder Gießereien um die fertigungsgerechte Aufbereitung der Modelldaten, die wieder in das Herstellersystem zurückgespielt werden müssen, um beispielsweise konstruktionsbedingte Änderungen vorzunehmen. Die explizite Modelliertechnik hat in diesem Szenario den Vorteil, dass man mit importierten Daten genauso weiterarbeiten kann, als seien sie mit dem System selbst erzeugt worden.

Unternehmen, die ihre bestehenden Produkte über einen langen Zeitraum weiter entwickeln, machen sich beim Umstieg auf 3D-Modellierung verständlicherweise Sorgen darüber, was mit ihrem Bestand an 2D-Daten geschieht. In diesen Daten steckt schließlich sehr viel Know-how, das sie aber nicht auf einen Schlag in 3D nachziehen können.

Üblicherweise werden die 2D-Konstruktionen bei größeren Änderungen in 3D nachmodelliert, was mit der expliziten Modelliertechnik einfach geht, weil man die 2D-Geometrie direkt importieren und bearbeiten kann. Sie stellt nämlich für die 3D-Modellierung bestimmte 2D-Techniken zur Verfügung, beispielsweise die Möglichkeit, in einer Schnittdarstellung zu konstruieren.

2D-Daten für 3D-Konstruktion übernehmen und umgekehrt

Ebenso wichtig wie die Übernahme von bestehenden 2D-Daten für die 3D-Konstruktion ist für viele Unternehmen der umgekehrte Weg, weil für ihre Fertigungsprozesse und/oder die Kommunikation mit Fertigungspartnern die Zeichnung weiterhin das maßgebliche Dokument ist. Bei der Auswahl eines neuen 3D-Systems ist deshalb auch zu prüfen, wie komfortabel man damit von den 3D-Modellen 2D-Ansichten ableiten und zu fertigungsgerechten Zeichnungen aufbereiten kann. Andernfalls läuft man Gefahr, dass die Zeiteinsparungen durch die 3D-Modellierung in den nachgelagerten Prozessen wieder aufgezehrt werden.

Die explizite Modelliertechnik ermöglicht gerade langjährigen Benutzern von 2D-Anwendungen einen schnellen und einfachen 3D-Einstieg. Dank ihrer Flexibilität erleichtert sie die Koexistenz von 2D- und 3D-Konstruktion und bietet damit die optimale Voraussetzung für einen 3D-Umstieg in kleinen Schritten. Bei der Entscheidung für den einen oder anderen Modellieransatz ist mithin eine Vielzahl von organisatorischen und technischen Faktoren zu berücksichtigen.

Michael Campbell ist stellvertretender Leiter des Produktmanagements in der Unternehmenszentrale von PTC in 02494 Needham, MA USA.

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