Polyurethan Moderne PUR-Gehäuse wirtschaftlich herstellen

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Polyurethan bietet sich als Konstruktionswerkstoff für Gehäuse medizintechnische Geräte an. Die Integralbauweise ermöglicht hohe Funktionalität, der hohe Freiheitsgrad bei der Formgebung ein optisch ansprechendes Design – und das bei niedrigeren Kosten als beim Thermoplast-Spritzgießen.

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Dass medizintechnische Geräte nicht nur zweckmäßig und robust sind, sondern auch schön sein kann, demonstriert der Kunststoffverarbeiter Thieme, Teningen, auf der diesjährigen Fachmesse Medtec, die vom 27. Dezember bis 1. Januar in Stuttgart stattfindet. So stellt der Verarbeiter dort ein Dialysegerät, ein Wärmetherapiegerät und ein Ozontherapiegerät vor, die laut Thieme ihr ansprechendes Äußeres einem Gehäuse aus Polyurethan verdanken.

Gefälliges Design als Kaufargument

Um ein neues Gerät auf dem Markt zu etablieren, sind heutzutage nicht nur dessen medizinische Wirkung und zuverlässige Funktion maßgebend. Innovative Technik soll sich auch in einer gefälligen und ergonomischen Gestaltung widerspiegeln, die zum einen das Image des Herstellers positiv beeinflusst und zum anderen ein angenehmes Umfeld für die Patienten und Mitarbeiter in den Praxen und Krankenhäusern schafft.

Ein Werkstoff, mit dem sich diese Anforderungen an Form und Funktion optimal verbinden lassen, ist laut Thieme Polyurethan (PUR): Er bietet nicht nur weitgehende Design- und Konstruktionsfreiheit, sondern auch günstige Werkstoffeigenschaften, die in medizinischen Anwendungen von Bedeutung sind, Dazu zählt der Gehäusehersteller gute Schallabsorption, hohe Funktionsintegration, geringes Gewicht, Beschichtbarkeit mit Leitlack und Chemikalienbeständigkeit.

Hinzu kommen laut Thieme die Kostenvorteile von Polyurethan: Zum einen durch die so genannte Integralbauweise, bei der Funktionsteile wie Buchsen und Befestigungsgewinde bereits während des Formprozesses vorgeformt oder sogar eingeschäumt werden können. Dadurch wird der Aufwand bei der Endmontage deutlich reduziert.

Ein weiterer Grund wird in den niedrigen Werkzeugkosten im Vergleich zu anderen Kunststoffverarbeitungsverfahren wie dem Thermoplast-Spritzgießen gesehen: Aufgrund der niedrigen Drücke bei der Herstellung von PUR-Formteilen können kostengünstige Aluminiumwerkzeuge verwendet werden. Bei den in der Medizintechnik üblichen, geringen Stückzahlen (einige 100 bis einige 1000) wirke sich dies in der Regel kostensenkend aus.

Für jede Anforderung der passende PUR-Werkstoff

Bei den auf der Fachmesse gezeigten Geräten kommen die Vorteile von Polyurethan zum Tragen. Wesentliche Gründe dafür sind die unterschiedlichen Formulierungen von Polyurethan. So ist das Gehäuse beim Wärmetherapiegerät für Neugeborene aus dem Integral-Hartschaum Baydur 66 FR gefertigt. Dieser Werkstoff eignet sich aufgrund der Sandwichstruktur mit harter Oberfläche und mikroporigem Kern besonders gut für die Herstellung biegesteifer Teile. Um das technische Innenleben des Wärmestrahlers aufzunehmen, wurden 37 Gewindebuchsen eingeschäumt. Eine signalweiße Strukturlackierung (RAL 9003) komplettiert das Design.

Für das Dialysegerät entwickelte Thieme ein modulares Gehäuse, das aus zehn PUR-Teilen bestehet. Das Gehäusedesign mit abgerundeten Formen habe sich aufgrund der guten Fließeigenschaften des Werkstoffs Baydur 110 FR problemlos realisieren lassen. Aufgrund der geringen Wanddicken wurde die Anforderung des Kunden nach Kompaktheit erfüllt. Zur EMV-Abschirmung ist das Gehäuse im Inneren mit Kupferleitlack beschichtet und außen mit einer chemisch hochbeständigen Lackierung versehen.

Auch beim Gehäuse des Ozontherapiegeräts für die Zahnmedizin kam die Integralbauweise zum Tragen. Das Gehäuse mit eingeformtem Griff, eingeschäumten Scharnier-Aufnahmen und einer separat gegossenen seitlichen Klappe wurde komplett aus Polyrurethan Baydur 110 hergestellt, dessen Schlagzähigkeit und Chemikalienbeständigkeit laut Thieme eine wichtige Voraussetzung für den Anwendung in Zahnarztpraxen ist. Dasselbe gelte für die Lackierung auf Polyurethanbasis.

Weil die Verwendung von Polyurethan als Konstruktionswerkstoff für viele Gerätehersteller noch „Neuland“ ist, bietet Thieme Unterstützung bei der Gehäuseentwicklung.

Weitere Informationen: Thieme GmbH & Co. KG, 79331 Teningen, Tel. (07641) 583-0, Fax (07641) 583-110, info@thieme-products.com

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