Drucklufteffizienz Modul senkt Druckluftverbrauch von Messmaschinen

Autor / Redakteur: Andreas Bucher / Stéphane Itasse

Druckluft gehört zu den Hauptkostentreibern in der Fertigung. Bei Messmaschinen ist die Zufuhr von Druckluft jedoch unerlässlich. Zeiss hat mit dem Airsaver nun ein patentiertes Modul auf den Markt gebracht, das den Druckluftverbrauch bei hochpräzisen Messmaschinen drastisch reduziert.

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Bild 1: Zeiss hat mit dem Airsaver ein patentiertes Modul auf den Markt gebracht, das den Druckluftverbrauch bei Messgeräten drastisch reduziert.
Bild 1: Zeiss hat mit dem Airsaver ein patentiertes Modul auf den Markt gebracht, das den Druckluftverbrauch bei Messgeräten drastisch reduziert.
(Bild: Zeiss)

Die Kosten pro Kubikmeter Druckluft liegen für die Unternehmen in Deutschland nicht selten bei acht Cent – abhängig davon, wie hoch die Strompreise sind, welcher Kompressor eingesetzt wird, wie hoch der Betriebsdruck ist, wie groß die gesamte Anlage ist oder wie hoch die Wartungs- und Instandhaltungskosten sind. Angesichts steigender Energiepreise und der gesellschaftlichen Notwendigkeit, ressourcenschonend zu wirtschaften und zu leben, rückt damit auch der Druckluftverbrauch zunehmend in den Fokus der Unternehmen. Es geht um Effizienzsteigerung und Dimensionierung der Anlagen und natürlich um die Reduktion des Verbrauchs.

Paradigmenwechsel in der Messtechnik

Trotz der in den letzten Jahren zunehmend geführten Diskussion um die Reduktion des Druckluftverbrauchs stellte lange Zeit kein Hersteller von Koordinatenmessmaschinen diesen ernsthaft infrage. Zu groß war die Angst, damit die Messgenauigkeit der Geräte zu gefährden. Denn Koordinatenmessmaschinen verfügen über 20 bis 30 Luftlager, um die Reibung in den Führungsachsen zu minimieren, die auftritt, wenn der Messsensor über die Werkstücke geführt wird. Weniger Reibung gleich höhere Präzision – so die handlungsbestimmende Formel der Hersteller.

Deshalb verbrauchen diese Messmaschinen auch zwischen 50 und 250 Nl Druckluft pro Minute, ganz gleich ob das Gerät gerade misst oder nicht. Eine Ressourcenverschwendung, die sich über die Zeit zu einem relevanten Kostenfaktor für die Unternehmen mausert. Das komplette Abschalten der Messmaschinen verbietet sich dabei aus einem einfachen Grund: Hochpräzise Messmaschinen benötigen eine konstante Arbeitstemperatur, die erst nach 1 h Laufzeit erzielt wird. Ein permanentes An- und Ausschalten der Maschine würde diese stören und sich damit negativ auf die Messergebnisse auswirken.

Modul übernimmt das Abschalten der Druckluftversorgung

Obwohl Zeiss bereits Messmaschinen anbietet, die deutlich weniger Druckluft verbrauchen als vergleichbare Modelle anderer Hersteller, entschied sich das Unternehmen „aus einer ökologischen Verantwortung heraus“ die Entwicklung eines so genannten Airsavers voranzutreiben. Einfach gesprochen, besteht dieses Modul aus einer Software, die über einen 5 cm × 10 cm großen elektronischen Steuerungskasten das Öffnen und Schließen des in der Messmaschine befindlichen Druckluftventils veranlasst.

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