Drucklufteffizienz

Modul senkt Druckluftverbrauch von Messmaschinen

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Dabei nimmt der Airsaver dem Bediener die Entscheidung ab, ob es sich lohnt, die Druckluftversorgung jetzt auszuschalten oder nicht. Denn dieser Assistent „merkt“, wie lange die Messmaschine nicht in Betrieb ist, und schaltet nach einem frei wählbaren Zeitraum automatisch die Druckluft ab – ohne jedoch die komplette Maschine auszuschalten.

Koordinatenmessmaschine bleibt präzise trotz unterbrochener Druckluftzufuhr

Mit dem Start eines CNC-Messprogramms oder durch das Bewegen eines Joysticks am Bedienpult ist die Koordinatenmessmaschine sofort betriebsbereit. Und anders als beim kompletten Ausschalten der Messmaschine wird mit dem Airsaver nur die Druckluftzufuhr unterbrochen. Die anderen „lebenserhaltenden“ Funktionen der Messmaschine sind nicht betroffen. Daher beeinflusst der Airsaver auch nicht die Güte der Messergebnisse.

Der Öffentlichkeit wurde der Airsaver erstmals im vergangenen Jahr als kostenpflichtiges Zusatzmodul vorgestellt. Mittlerweile liefert Zeiss den Airsaver als Teil der Koordinatenmessmaschinen Zeiss Accura und Prismo serienmäßig und ohne Mehrpreis aus. Für die Messmaschine Zeiss Contura, deren neueste Generation im Mai auf der Messe Control 2014 vorgestellt wurde, lässt sich der Airsaver derzeit als zusätzliches Modul erwerben.

Druckluftersparnis senkt die Kosten und schützt die Umwelt

Um circa 1800 bis 3700 Euro pro Airsaver und Jahr reduzieren Unternehmen ihre Kosten für den Druckluftverbrauch. Die Höhe der Einsparung variiert dabei stark mit den jeweiligen Betriebsbedingungen, beispielsweise je nachdem ob im Einschicht- oder Mehrschichtbetrieb gearbeitet oder welcher Kompressor eingesetzt wird.

Die Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH selbst, die in ihrer Montagehalle in Oberkochen im Schnitt zwischen 40 und 60 Geräte aufbauen und laufen lässt, spart sich nach eigenen Berechnungen mit dem Airsaver circa 150.000 Euro im Jahr.

Aber auch mit nur einem Gerät, das im Einschichtbetrieb genutzt wird und circa 150 Nl Druckluft pro Minute verbraucht, kann sich die Ersparnis über zehn Jahre hinweg leicht auf 30.000 Euro summieren. Mittelfristig betrachtet kann die Reduktion des Druckluftverbrauchs sogar zu noch größeren ökonomischen Einsparungen führen, beispielsweise weil die Drucklufterzeugungsanlagen der Unternehmen kleiner dimensioniert werden könnten, was den Stromverbrauch reduzieren und den Wartungsaufwand verringern würde.

Unabhängig von den unterschiedlichen Berechnungsmodellen und der Höhe der konkreten Strom- und Kosteneinsparungen – für die Umwelt ist der Airsaver bereits ab dem ersten Einsatztag ein Gewinn. Dass der Airsaver Energie einspart, bestätigte und zertifizierte übrigens auch der TÜV Süd. Und das hat ebenfalls eine ökonomische Auswirkung: Denn Unternehmen, die über Neuinvestitionen Energie sparen, erhalten über spezielle Förderprogramme der Bundesregierung günstigere Kredite (ANMERKUNG: Ein Fachbeitrag zu diesem Thema wird demnächst freigeschaltet und kann dann verlinkt werden). Gesellschaftliche Verantwortung zahlt sich heute also gleich doppelt aus.

Das sehen auch viele Kunden von Zeiss so. LG Electronics setzt beispielsweise am Standort in Changwon (Südkorea) den Airsaver ein und betrachtet dies als wirkungsvolle Maßnahme, um nicht nur seine Kosten zu senken, sondern vor allem um Energie einzusparen. In dieser Hinsicht ist LG durchaus ein Vorbildunternehmen und wurde von der Korea Energy Management Corporation für sein Engagement bereits als „Best Energy Saver“ belohnt.

* Andreas Bucher ist Produktmanager im Bridge Systems Business Sector bei der Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH in 73447 Oberkochen

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