Energieeffizienz

Motivierte Mitarbeiter machen Energiesparprojekte erfolgreich

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Oft auch fehlt schlichtweg die Zeit, über Verbesserungen nachzudenken. Dabei gibt es an Beratern, Infoportalen und Beratungsprogrammen in Deutschland wahrlich keinen Mangel. Doch das Mittelstandspanel der KfW zeigt, dass nur eines von zehn kleinen KMU bislang eine Energieberatung in Anspruch genommen hat, in größeren Unternehmen sind es vier von zehn. Die Gründe, warum viele einfach so weitermachen wie bisher, liegen also tiefer.

In Energieeffizienz-Netzwerken sparen Unternehmen erfolgreicher

Da ist zunächst die Tatsache, dass Betriebe auch nicht rationaler agieren als Privatpersonen oder Behörden: Jede Veränderung erzeugt Widerstand. „Vertraute Prozesse verlässt man sehr ungern“, weiß Marcus Lodde von der Effizienzagentur Nordrhein-Westfalen. Ganz entscheidend ist daher die Suche nach konkreten Vorbildern. An diesem Punkt setzen beispielsweise die Netzwerke des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) an. Firmen, die sich an einem der bundesweit über 65 „Lernenden Energieeffizienz-Netzwerke“ beteiligen, werden individuell im eigenen Betrieb beraten, tauschen sich vertraulich mit anderen Unternehmern aus und finden auf diese Weise schneller heraus, welche Maßnahme oder welche Technik ihnen am schnellsten beim Sparen hilft. Die ersten 30 Netzwerke hat das Bundesumweltministerium in den vergangenen vier Jahren gefördert. Ende Februar resümierte das Ministerium: Die 366 beteiligten Unternehmen reduzierten ihre Energiekosten doppelt so schnell wie andere Industriebetriebe.

Durch Vorbilder und Gespräche in kleiner Runde lernen Sparwillige mehr als durch anspruchsvolle Fachvorträge und langatmige Förderprogramme. „Wir waren am Anfang sehr überzeugt von uns selbst und haben gedacht, so viel Potenzial wird es bei uns nicht geben“, erinnert sich Lars Greiner, Werksleiter des Spezialgummiproduzenten Vigar Deutschland. Heute ist er überzeugt, dass es kaum einen Betrieb in Deutschland gibt, bei dem sich nicht signifikant Energie einsparen lässt. Mathias Maus, Geschäftsführer des Gießformenherstellers Maus GmbH, betont: „Im persönlichen Austausch lernt man, wo man selbst steht, und sieht, wie es andere machen.“

Der Mensch ist immer noch der wichtigste Erfolgsfaktor

Vor allem aber gilt: So mancher Berater vernachlässigt einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren: den Faktor Mensch. „Man muss die Mitarbeiter im Betrieb ernst nehmen und von Anfang an in alle Maßnahmen einbinden“, sagt Lodde. Denn wie es im betrieblichen Alltag läuft, wissen vor allem die Beschäftigten. Sie zu motivieren und zu sensibilisieren, ist mindestens genauso wichtig wie die Auswahl der sparsamsten Pumpe oder der besten Wärmerückgewinnungsanlage.

Wie aber motiviert man Mitarbeiter? Auch da gelten ähnliche Regeln wie im privaten sozialen Miteinander.

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