Suchen

Energieeffizienz Motivierte Mitarbeiter machen Energiesparprojekte erfolgreich

| Autor / Redakteur: Christa Friedl / Stéphane Itasse

Rationale Argumente reichen oft nicht aus, um Unternehmer zum Energiesparen zu bewegen. Berater erkennen zunehmend, dass sie auch Emotionen ansprechen müssen und Sparprogramme nur dann erfolgreich sind, wenn alle Mitarbeiter mitziehen.

Firmen zum Thema

Wenn Energieeffizienzprojekte erfolgreich gestemmt werden sollen, ist es unerlässlich, alle Mitarbeiter einzubeziehen.
Wenn Energieeffizienzprojekte erfolgreich gestemmt werden sollen, ist es unerlässlich, alle Mitarbeiter einzubeziehen.
(Bild: Siemens)

Deutschlands Energieeffizienzberater haben derzeit gut zu tun. Das ist eine positive Nachricht. Betriebe, die effizient wirtschaften und produzieren, sichern die eigene Wettbewerbsfähigkeit und können steigenden Energiepreisen relativ gelassen entgegensehen. „Jede eingesparte Kilowattstunde rechnet sich oft schon nach wenigen Jahren und sorgt gleichzeitig dafür, dass weniger CO2 ausgestoßen wird, weniger Energie erzeugt werden muss und regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze geschaffen werden“, betont die Deutsche Energieagentur Dena. Dass sich mit Effizienz Geld sparen lässt, hat sich herumgesprochen. Neun von zehn Unternehmen in Deutschland bewerten das Thema laut einer Dena-Umfrage vom vergangenen November als wichtig für ihren Betrieb.

Kleinere Mittelständler investieren noch zu wenig in Energieeffizienz

Auch die Förderbank KfW wollte Ende 2013 wissen, wie es kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland mit der Energieeffizienz halten. Die Auswertung der Antworten von 2000 Unternehmen mit mehr als 500 Mio. Euro Umsatz ergab: Jeder dritte Mittelständler hat seit 2011 Maßnahmen durchgeführt, um seinen Energieverbrauch und damit seine Kosten zu senken.

Bildergalerie

Also alles gut? „Es gibt immer noch viel Luft nach oben“, sagt Dr. Michael Schwartz, Autor des KfW-Mittelstandspanels. Denn aktiv sind vor allem große Betriebe. Die Mehrheit der kleineren KMU, immerhin rund zwei Millionen an der Zahl, hat in den vergangenen drei Jahren nicht in Energieeffizienz investiert. „Vielfach werden die Energiekosten nicht als drängendstes Problem wahrgenommen oder die Einsparpotenziale unterschätzt“, erläutert Schwartz.

Mit Energieeffizienz lassen sich auch indirekte Einsparungen erzielen

Acht von zehn KMU haben einen Energiekostenanteil von unter 10 %, sechs von zehn KMU von unter 5 %. Das klingt tatsächlich nach nicht besonders viel. Trotzdem sind Energiekosten von wesentlicher Bedeutung: Sie multiplizieren sich in der Produktionskette und haben großen Einfluss auf die Umsatzrendite. Ein Effizienzprogramm kann innerhalb von wenigen Jahren 10 bis 30 % der direkten Energiekosten vermeiden. Dazu kommen indirekte Einsparungen durch vereinfachte Wartung und einfacheren Betrieb sowie reduzierte Material- und Abfallmengen, so dass insgesamt der Posten der Energiekosten auf rund die Hälfte zusammenschmelzen kann.

Viele Unternehmer zögern dennoch. Die Suche nach den Gründen dafür ist so alt wie die Energiedebatte selbst. Da ist zunächst das Business-as-usual: Dem Management von Energie und Ressourcen wird traditionell weniger Aufmerksamkeit gewidmet als beispielsweise der Produktqualität oder den Lohnkosten. Kleine Betriebe arbeiten mit ihrem Personal oft am Anschlag. Es gibt keinen Verantwortlichen für Effizienzfragen.

(ID:42557940)