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Motivation setzt voraus, dass der einzelne ausreichend Freiheiten bekommt, ernst genommen wird und sich gut informiert fühlt. Chef und Mitarbeiter müssen offen sein für Veränderungen und sich die notwendige Zeit nehmen, um Neues im Betriebsalltag umzusetzen. Sind Effizienztechnologien erst mal installiert, kommt der Rest fast von allein. „Wenn Mitarbeiter verstanden haben, dass bestimmte Handgriffe direkt zu konkreten Einsparungen in Euro und Cent führen, dann lassen sich Maßnahmen erfolgreich umsetzen,“ weiß Berater Lodde.
Deutsche Industrie hat nochenormes Energiesparpotenzial
Das noch ungehobene Sparpotenzial in der deutschen Industrie ist also groß. Das Fraunhofer-ISI will bis 2030 rund 10.000 Unternehmen in 700 Effizienznetzwerke einbinden. Aber auch wenn es mit der Motivation klappt und der Chef für das Thema Energieeffizienz brennt – so ganz ohne politische Unterstützung geht es nur langsam voran. Alle jüngeren Umfragen zeigen: Selten war die Unsicherheit so groß wie im Moment. Viele Unternehmer fragen sich, wie es mit der Eurokrise weitergeht, und zögern vor größeren Investitionen.
Andere stellen geplante Projekte zurück, solange die Debatte um die Energiewende keine klare Richtung zeigt. Lohnt eine Eigenstromversorgung? Wie entwickeln sich die Einspeisevergütungen? Wie geht der Streit um die Ökostromrabatte aus? Diese Fragen beschäftigen viele, die in Effizienz investieren wollen. Einig sind sich alle darin: Wenn es der Politik nicht gelingt, bald klare und stabile Rahmenbedingungen zu schaffen, wird kein großer Sprung gelingen.
Forschungsprojekt „Integration von Energiekosten in Fertigungssteuerungsverfahren“ gestartet
Wer nicht weiter auf die Politik warten will, kann seine Stromrechnung aber auch ohne großen Invest senken. Schon der bewusste Umgang mit Bürogeräten, Heizung und Beleuchtung kann die Energiebilanz deutlich verbessern. Wenn morgens nicht alle Maschinen gleichzeitig eingeschaltet werden, umgeht der Betrieb teure Spitzenlasten.
Das Institut für Integrierte Produktion in Hannover hat jetzt das Forschungsprojekt „Integration von Energiekosten in Fertigungssteuerungsverfahren“ gestartet, das einem ähnlichen Gedanken folgt: Wer seine Aufträge clever verteilt und energieintensive Arbeiten dann erledigt, wenn der Strom gerade günstig ist, kann viel Geld sparen. Im Projekt soll ein Software-Demonstrator entwickelt werden, der errechnet, bei welcher Auftragsverteilung welche Energiekosten entstehen, und der die günstigste Variante ermittelt.
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