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Der Befestiger wird quasi funktional ins Bauteil integriert
Der Hintergrund ist, dass durch die Gestaltung einer den Anforderungen entsprechenden Oberflächenform und Größe in Kombination mit der Auswahl des passenden thermoplastischen Verbinders, Lasten großflächig in das Bauteil eingebracht werden. Dabei wird nicht nur ein Befestigungspunkt erzeugt, sondern der Befestiger funktional im Bauteil integriert, erklärt KVT-Fastening. Diese „Applikationsfreiheiten“ seien zudem nicht an bestimmte Geometrievorgaben, beispielsweise die Radialsymmetrie, gebunden. Darüber hinaus können auch dünne Substrate ohne optische Beeinträchtigung der „Rückseite“ mit Verbindungspunkten versehen werden.
Auch ist die Verarbeitung im Vergleich zu herkömmlichen Verbindungstechniken sauberer, weil dabei keine zusätzlichen Werkstoffe oder ein Vorbehandlungsaufwand der Oberflächen erforderlich sind. Es gebe auch keinen Abfall. Nicht zuletzt garantiere die Möglichkeit zur statistischen Kontrolle des Prozesses die durchgängige Qualität jedes einzelnen Verbindungspunkts und mache das Verfahren auf Dauer so reproduzierbar wie auch sicher.
Die richtige Fügung für Automobil- und Transportsektor
Ihren Ursprung hat die MM-W-Technologie in den Woodwelding- und Bonewelding-Verfahren, die, wie KVT-Fastening anmerkt, seit vielen Jahren in ähnlicher Form in der Möbel- und Medizinindustrie zu finden sind. Das Hauptaugenmerk der von der Multimaterial-Welding AG weiterentwickelten MM-W-Technik liege derzeit auf der Verbindung von geschäumten Werkstoffen, Sandwichmaterialien oder Wabenplatten, wie sie verstärkt in der Automobil- und Transportindustrie eingesetzt würden. „Wir konzentrieren uns aktuell insbesondere auf die Automobil- und Transportbranche, die am stärksten mit den Themen Multi-Materialmix, Leichtbau oder auch Noise Vibration Harshness konfrontiert sind. Wir sehen dabei das größte Potenzial und können außerdem mit viel Erfahrung punkten“, so Werner Pfister, Application Engineer bei KVT-Fastening.
Durch die aktuellen Anforderungen des Markts sollen auch Verbindungen zwischen Blechen und kompakten Kunststoffen auf der Wunschliste der Anwender stehen. Auch das kann der MM-W-Prozess liefern, heißt es: Dabei wird im Blech eine tiefzugartige „Pore“ in den kompakten Thermoplast getrieben. Auch könne ein metallischer Befestiger, beispielsweise eine Mutter oder ein Bolzen, mit einer bestimmten Verankerungsgeometrie ausgestattet werden, der dann im MM-W-Verfahren auf der Rückseite eines Bauteils mit Class-A-Oberfläche aufgebracht werde und so eine unsichtbare Verbindungsstelle erzeuge. Weitere Entwicklungen sind laut KVT-Fastening in der Testphase und werden in naher Zukunft mit den steigenden Anforderungen zur Anwendung kommen.
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