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Schrittmacher waren dann die Engländer
Schrittmacher für den Werkzeugmaschinenbau waren dann die Engländer. Der englische Freund von Mathematik, Jesse Ramsden, entwirft 1770 eine „Teilemaschine“. Diese ist ein rotierendes Bewegungstalent, das als erste industriell nutzbare Drehmaschine (Werkzeugmaschinen-)Geschichte schreibt. Ab Ende des 18. Jahrhunderts wurden aus den klassischen, aus Holz gefertigten Drehbänken Drehmaschinen aus Metall, komplett aus Eisen, Stahl und Buntmetall gefertigten Maschinen mit eisernem Untergestell und neu entwickelten Werkzeugschlitten. Diese Innovation brachte ab Ende des 18. Jahrhunderts den Vorschub des Werkzeugs immer exakter voran und lieferte damit die Hardware der industriellen Revolution.
Kolben für Dampfmaschinen, Präzisionsteile für Motoren und Produktionsmaschinen konnten mit hohem Output und wenig Ausschuss nur durch maschinelles,„zwangsgeführtes Werkstück-Drehen“ hergestellt werden. Jesse Ramsdens Schraubendrehmaschine von 1770 schaffte die technischen Voraussetzungen für diese Präzisionsarbeit.
1810 schaffte die damals neu gegründete und heute älteste Maschinenfabrik der Welt, Koenig & Bauer aus Würzburg, die erste Leitspindeldrehmaschine in Deutschland an. Sie stammte von einem heute unbekannten Hersteller aus London und konnte durch abgestufte Seilscheiben ihre Schnittkraft und -geschwindigkeit ändern.
Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie
Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie entwickelt sich eher langsam und kommt erst zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer eigenständigen Branche. Zu dieser Zeit waren es die Amerikaner, die führend waren in der Entwicklung der Werkzeugmaschinen. Die Fräsmaschine gilt zum Beispiel als amerikanische Entwicklung.
1829 wurde in Berlin die Firma August Hamann gegründet, Firmen wie J. A. Maffei als Lokomotiv- und Maschinefabrik folgten zehn Jahre später. Von da an werden viele heute noch namhafte Werkzeugmaschinenfabriken gegründet und das Jahr 1891 sieht dann die Gründung der „Vereinigung Deutscher Werkzeugmaschinenfabrikanten“, dem späteren VDW, unter Vorsitz des Düsseldorfer Werkzeugmaschinen-Fabrikanten Ernst Schiess.
Die Branche boomt und 1906 war die Geschäftslage so gut, dass Aufträge „mit geringem Nutzen“ gar nicht erst angenommen wurden. Schon 1913/14 machte die Branche mangelnde Inlandsnachfrage immer wieder durch steigende Exporte wett. In den Nachkriegsjahren konnte Deutschland, in dieser Entwicklung mit den USA vergleichbar, seinen Export von Werkzeugmaschinen zwischen 1924 und 1929 mehr als verdreifachen.
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