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Die Entwicklung der Werkzeugmaschine

Mutter aller Maschinen, Vater der Produktion

| Autor / Redakteur: Barbara Schulz / Jürgen Schreier

Das Portal-Fräswerk von Schiess Defries aus dem Jahr 1930 konnte Werkstücke bis 4,5 m Breite und Höhe sowie einer Länge von bis zu 24 m bearbeiten.
Das Portal-Fräswerk von Schiess Defries aus dem Jahr 1930 konnte Werkstücke bis 4,5 m Breite und Höhe sowie einer Länge von bis zu 24 m bearbeiten. (Bild: Bundesarchiv)

Das Jahr 2008 ist als eines der bewegtesten in die Geschichte der Werkzeugmaschinenindustrie eingegangen: Himmelhoch jauchzend war die Stimmung anfangs und zu Tode betrübt gegen Ende. Nach der Talsohle im darauffolgenden Jahr hat sich die Branche wieder erholt: Für 2014 erwartet die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie laut VDW ein Produktionsplus von 4% auf dann rund 15,1 Mrd. Euro.

Doch wie fing alles an? Werkzeugmaschinen haben 2 Mio. Jahre Tradition, denn aus jener Zeit stammen die ersten bearbeitenden Steinwerkzeuge des Homo habilis aus Naturgegenständen. Leider würde es den Rahmen dieses Artikels sprengen, in der Geschichte so weit zurück zu gehen. Auf einen Rückblick auf die Entwicklung der Mutter aller Maschinen wollen wir aber nicht verzichten.

Mit der Drehbank fing alles an

Fangen wir bei den ersten bekannten angetriebenen Drehbänken an. Dazu zählt die bekannte Wipp- oder Wippen-Drehbank, die aus dem 13. Jahrhundert stammt. Bei dieser Maschine wurde das eine Ende einer Schnur an einem Trittbrett und das andere Ende an einem an der Decke hängenden Stock, befestigt. Der Dreher trieb die Maschine mit dem Fuß an und konnte so beide Hände zum Bewegen des Werkzeugs nutzen. Dieser Bogenantrieb wurde in Europa noch bis zum 15. Jahrhundert angewandt. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde der Fußantrieb durch eine Handkurbel ersetzt.

Der berühmte Wissenschaftler und Erfinder Leonardo da Vinci hat Ende des 15. Jahrhunderts ebenfalls eine Drehbank entwickelt, die dank eines über eine Schwungscheibe angetriebenen Trittbretts kontinuierliche Drehbewegungen erlaubte und über einen Werkzeughalter verfügte. Sie konnte sich jedoch nicht durchsetzen.

1571 entwickelte der französische Mathematiker und Ingenieur Jacques Besson eine Drehbank, die über einen selbsttätigen mechanischen Vorschub verfügte, welcher von der aus Leitspindel angetrieben wurde. Die ab 1750 eingesetzten Drehmaschinen ähnelten in ihrem Aufbau mit Leitspindel, Wechselrädern und Kreuzsupport schon sehr den heutigen Maschinen, eigneten sich allerdings nur für kleine Werkstücke.

1765: Die Industrie kommt unter Dampf

Als Noch-Twen mit 29 Lebensjahren, entwickelt James Watt die Grundlage für den modernen Maschinenbau. Die nahezu universell einsetzbare Dampfmaschine revolutioniert Gewerbe und Industrie. 1769 wurde seine Dampfmaschine patentiert und ging, relativ unkompliziert adaptierbar für industrielles Gewerbe und Massenproduktionen, in Serie.

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