Die Entwicklung der Werkzeugmaschine

Mutter aller Maschinen, Vater der Produktion

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Das Jahrzehnt von 1919 bis 1929 markiert den dunkelsten Abschnitt der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Schwarze Freitag 1929 ist bis heute in schreckhafter Erinnerung geblieben. Doch im Jahr 1922 fängt die erste Forschungsförderung an Hochschulen über den VDW an. Die Zusammenarbeit des VDW mit der Wissenschaft brachte ihm, meist aus von ihm geförderten Forschungsprojekten, sogar einige Patente ein. Ihre Auswertung aber machte der Kriegsbeginn unmöglich.

Seit Herbst 1939 veränderte sich das gesamte Wirtschaftsleben. Für einen Teil der Produktion fällt mit einem Schlag fast jede Exportmöglichkeit aus, der nächste Schlag war die für die Industrie mit Kriegsbeginn verordnete Materialkontingentierung. Bei Kriegsende kommt alle geregelte Tätigkeit in dem geschlagenen Land zum Erliegen.

NC-Maschinen revolutionieren die Branche

In den 50er Jahren fand dann eine kleine Revolution statt. John Parsons (Cambridge/USA) legte in den Jahren 1949 bis 1952 am Masschusetts Institute of Technology den Grundstein für die Entwicklung der CNC-Technologie. 1954 übernahm die Firma Bendix, ebenfalls aus den USA, die Technologie, die Parsons entwickelt hatte. Sie entwickelten die erste NC-Maschine, die mit über 300 Elektronenröhren ausgestattet war. Die Steuerung der Maschine wurde durch Lochkarten realisiert. Die Werkstückträger wurden dabei durch getrennt arbeitende Motoren hin- und hergeschoben.

1959 wurde in den Industriestaaten in Europa die erste NC-Maschine eingeführt. 1965 war man bereits in der Lage, den Werkzeugwechsel zu automatisieren. 1968 kam dann die erste NC-Maschine auf den Markt, die einen integrierten Schaltkreis besaß. 1978 wurde der Übergang zur CNC-Technik vollzogen und die erste CNC-Maschine ist entwickelt worden. Die NC-Technik hatte nun endgültig ausgedient. 1979 hat man schließlich erste Maschinen an das CAD-System angebunden.

Produktionswachstum

Auch die Wirtschaftslage in Deutschland verbesserte sich in diesen Jahren erheblich. Nach der Teilung Deutschland erlebte die Branche von 1950 bis 1962 fast ungebremstes Wachstum; 1962 überschritt die Produktion die 3-Milliarden-Grenze; erst Mitte der 60er Jahre hörte die Auftragsflut auf. Die Jahre 1966 bis 1982 bringen die ersten Abschwächungen des Wirtschaftswachstums, verschärft durch die Ölpreiserhöhung 1973 und ihre Folgen.

1975 entfallen 20 % der Welt-Werkzeugmaschinenproduktion auf Deutschland, mit einem Exportanteil von über 50 %. In dieser Zeit wird auch Japan ein starker Konkurrent: 1980 wurden laut VDW in Japan 22,000 NC-Maschinen, in Deutschland zum Vergleich nur 3500 hergestellt.

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