Suchen

Berufskleidung Neue Fasermischungen ermöglichen multifunktionelle Berufskleidung

| Redakteur: Bernhard Kuttkat

Aufgrund neuer Fasermischungen und Textileigenschaften wie UV-schützend, antistatisch, stichsicher oder leuchtend sind deutsche Unternehmen auf dem Markt für persönliche Schutzausrüstungen (PSA) führend in der Welt. Spezialkleidung mit neuen Schutzkomponenten wird zunehmend nachgefragt.

Firmen zum Thema

Bild 1: Das Material für persönliche Schutzausrüstungen wird zunehmend multifunktional. Die zweifarbige Schutzkleidung erfüllt die Normen: ISO 11612 A, B1, C1; EN 1149 -3+5; EN 13034 Typ 6; IEC 61482-2 Klasse 1. (Bild: Mewa)
Bild 1: Das Material für persönliche Schutzausrüstungen wird zunehmend multifunktional. Die zweifarbige Schutzkleidung erfüllt die Normen: ISO 11612 A, B1, C1; EN 1149 -3+5; EN 13034 Typ 6; IEC 61482-2 Klasse 1. (Bild: Mewa)

Bei der persönlichen Schutzausrüstung dominierte über viele Jahre die Monofaserkultur. Große Textildienstleister führten deshalb mit Gewebeherstellern und Forschungsinstituten Versuche durch, verschiedene Fasern miteinander zu kombinieren.

Neue Textilien verbessern Berufskleidung

Herausgekommen sind Textilien, die überaus innovative Möglichkeiten bei der praxisnahen Gestaltung und Anpassung professioneller Schutzkleidung zulassen. Die neuen, weitaus leichteren und weicheren Materialien besitzen eine noch höhere Resistenz gegen Hitze und Flammen, bieten zugleich Schutz vor aggressiven Chemikalien oder Schnittverletzungen. Und sie verfügen zudem über antistatische Eigenschaften.

Aufgrund neuester Forschungsergebnisse ist Schutzkleidung, beispielsweise für hitzeexponierte Industriearbeiten, deutlich leichter und verfügt über einen nie da gewesenen Tragekomfort. Mit neuen Fasermischungen können Schutzausrüstungen passgenau auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnitten werden (Bild 1).

Spezielle Berufskleidung für gefährliche Tätigkeiten ermöglicht

Immer öfter rücken dabei Spezialkonfektionen in den Mittelpunkt des Interesses, so für hoch gefährliche Bereiche. Jüngstes Beispiel: eine Hitze- und Flammschutzkleidung, die für das „heiße Ende“ in der Glasproduktion konzipiert wurde, um Verbrennungen an den Unterarmen durch Kontakt mit glühendem Glas zu vermeiden.

Ein weiteres Beispiel ist eine maßgeschneiderte Heißmehl-Schutzkleidung für den Einsatz in der Zementherstellung (Bild 2 – siehe Bildergalerie). Infolge des neuen Hybridgewebes ist der Anzug ungleich bequemer als der zuvor gebräuchliche, sperrige „Raumanzug“.

Forscher wollen Berufskleidung weiter verbessern

An der Schutzbekleidung für die nächsten Jahre arbeiten Textilproduzenten, -dienstleister und Forschungsinstitute gemeinsam. Erst kürzlich stellte eine Innovationsbörse der Hohenstein-Institute (Baden-Württemberg) einige Zukunftstrends vor. Eine Arbeitsbekleidung, die hohen UV-Schutz, lange Gebrauchseignung und hohen Tragekomfort aufweist. Die Projektbeteiligten präsentierten drei UV-Schutzshirts für unterschiedliche Belastungen und Anforderungen.

Ein anderes Vorhaben konzentriert sich auf die Herstellung funktioneller Flächen für industriell waschbare Pflegepersonal- und Ärztebekleidung mit tragephysiologisch „angenehmen“ Eigenschaften. Sie sollen eines Tages die Polyester-Baumwolle-Gewebe ersetzen.

Sensoraktive Schnittschutzhose soll Arbeit mit gefährlichen Maschinen sicherer machen

Eine technische Herausforderung ist eine sensorische Schutzausrüstung für Forstarbeit mit Motorsägen. Es handelt sich um eine sensoraktive Schnittschutzhose, die die Arbeit mit gefährlichen Maschinen sicherer machen soll: Bei einer Auslösedistanz von 5 cm wird die Motorsäge gestoppt. Vielversprechend ist auch eine in Kooperation zwischen Hohenstein und dem Sächsischen Textilforschungsinstitut entstandene Materialkombination, die zu einer erheblichen Verbesserung des hautsensorischen Tragekomforts beitragen soll.

(ID:25339390)