Nortec 2024 Neue Hoffnung für den Marktplatz im Norden

Von Mag. Victoria Sonnenberg 3 min Lesedauer

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Die Nortec, Marktplatz für Technologie im Norden, feierte ein erfolgreiches Comeback unter neuer Leitung durch die Messe Stuttgart und den VDW. Knapp 200 Aussteller und 4.800 Fachbesucher sind positive Vorboten für 2026.

Vom 23. bis 26. Januar 2024 zog es 4.800 Fachbesucher in die Halle A1 des Messegeländes Hamburg.(Bild:  Landesmesse Stuttgart GmbH)
Vom 23. bis 26. Januar 2024 zog es 4.800 Fachbesucher in die Halle A1 des Messegeländes Hamburg.
(Bild: Landesmesse Stuttgart GmbH)

Zugegeben, ein halbes Jahr Vorbereitungszeit war sportlich, aber wie einige Aussteller dennoch bewiesen, durchaus machbar. Mit den neuen Veranstaltern Messe Stuttgart und VDW kam erwartungsgemäß frischer Wind in eine Messe, die über die Jahre an Bedeutung verloren hat. Dass man den Standort noch nicht aufgegeben hat, zeigten Aussteller, die zum ersten Mal auf der Nortec ausstellten, aber auch Aussteller, die wieder ausstellten. Zufrieden zeigte man sich auch über die 4.800 Fachbesucher, die es vom 23. bis 26. Januar 2024 nach Hamburg zog.

Lars Reeder, Geschäftsführer der Hein & Oetting Feinwerktechnik GmbH in Ahrensburg und Vorsitzender des Nortec-Beirats, freut sich:

Die Nortec lebt – hier ist eine gute Stimmung, viele spüren einen guten Geist und ich bin sehr zuversichtlich, dass sie beste Voraussetzungen hat, in der neuen Messewelt einen festen Platz zu besetzen.

Lars Reeder, Geschäftsführer der Hein & Oetting Feinwerktechnik GmbH

Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des VDW, urteilt: „Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, die Zahl der Besucherinnen und Besucher im Vergleich zur letzten Veranstaltung auf einen Wachstumspfad zu bringen. Damit haben wir unser erstes Ziel erreicht und eine gute Basis für den Neustart der Ausgabe 2026 gelegt.“

Warum 1988 der Startschuss fiel

Feste Instanz auf der Indurstriemesse im Norden: Nortec-Gründer Prof. Hans-J. Dräger.(Bild:  Sonnenberg - VCG)
Feste Instanz auf der Indurstriemesse im Norden: Nortec-Gründer Prof. Hans-J. Dräger.
(Bild: Sonnenberg - VCG)

Auch Nortec-Gründer Prof. Hans-J. Dräger begrüßt die Unterstützung durch den VDW und sieht viel Potential für die Zukunft. Der ehemalige Hochschullehrer rief 1988 gemeinsam mit Maximilian Klumpp, seinerzeit Geschäftsführer des ehemaligen Maschinenbauers Ixion, die Nortec ins Leben. Beide kannten sich bereits aus gemeinsamen Projekten, weshalb Dräger auf die Idee kam, ein Praxissemester bei Ixion zu absolvieren. „So sind wir uns beide nähergekommen und haben dann mit der Zeit festgestellt: Man braucht einen Marktplatz für Technik im Norden“, erinnert sich Dräger.

Nortec 2024
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Mit der Idee überzeugten sie auch die Hamburger Messe und innerhalb eines halben Jahres begeisterten sie zahlreiche Branchenvertreter aus ihrem Netzwerk für eine neue Messe im Norden. Die Nortec war geboren. Ein Aussteller der ersten Stunde war beispielsweise Schunk, wenn auch nicht kontinuierlich. „Durch den Wechsel mit VDW waren sie dieses Jahr wieder Aussteller. Daran sieht man, ein halbes Jahr Vorbereitungszeit ist zwar knapp, aber machbar.“ Als in den Anfangsjahren Maschinenhersteller noch vermehrt durch Händler vertreten wurden, waren Werkzeugmaschinen prominenter auf der Nortec, als es heute der Fall ist.

Mori war damals z. B. vertreten von einem sehr bekannten Händler, der als Teil der Powergroup Arge Nortec die Werkzeugmaschinen nach Hamburg holte. Heute sind die fehlenden Werkzeugmaschinenhersteller ein klares Defizit.

Prof. Hans-J. Dräger, Nortec-Gründer

Dräger bleibt jedoch optimistisch:

Die Werkzeugmaschinenhersteller werden wiederkommen, da bin ich mir ganz sicher.

Prof. Hans-J. Dräger, Nortec-Gründer

Ein weiterer treuer Aussteller ist bis heute das Unternehmen Trumpf, das Dräger als „Nortec-minded“ beschreibt. Das Bekenntnis zum Norden und zur Nortec sieht er nicht zuletzt in der engen Zusammenarbeit mit dem norddeutschen Lohnfertiger Hoedtke begründet, einem Partner der sogenannten ‚Hansesupplier‘. „Hoedtke hat sich bereits früh mit dem Laser als Werkzeug beschäftigt, und zwar zu einer Zeit, als Laser noch ausschließlich im Labor zum Einsatz kamen. Als sie damals den Schritt aus dem Labor geschafft haben, war Trumpf ein wesentlicher Partner“, so Dräger weiter.

Die Gründungsidee war von Anfang an der Marktplatz und das Miteinander-Reden.

Prof. Hans-J. Dräger, Nortec-Gründer

Dass zwar miteinander geredet werden musste, aber nicht wurde, stellte Dräger fest, als er sich dem Ruhestand näherte. Durch seine zahlreichen Projekte mit der Industrie bestens vernetzt, kam es zu einem Schlüsselerlebnis. „Ein Inhaber hatte mir damals von einem Auftrag erzählt, den er nach Süddeutschland gegeben hat. Ich habe ihn dann gefragt: Wissen Sie eigentlich, dass es hier ein Unternehmen drei Straßen weiter gibt, das Ihnen das auch bieten kann?“ Die Antwort lautete nein. Für Dräger inakzeptabel und Grund dafür, auf der Nortec eine Veranstaltung zum gegenseitigen Kennenlernen zu organisieren. Das war vor 20 Jahren.

Aus dieser kleinen Gruppe ist der Unternehmensverbund „Hansesupplier“entstanden, in dem sich innovative norddeutsche Auftragsfertiger untereinander austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Basis dessen ist gegenseitiges Vertrauen, weshalb weitere Mitglieder nicht leichtfertig aufgenommen werden. Man trifft sich und redet offen über Themen, die man nur auf Unternehmerebene bereden kann. „Und so ist im Laufe der Zeit innerhalb der Gruppe, in der auch der Wettbewerb aufeinandertrifft, ein tiefes Vertrauen untereinander entstanden,“ so Dräger abschließend.

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