Anbieter zum Thema
Harrison: PTC ist hier im letzten Geschäftsjahr mit 40% schneller als der Markt selbst gewachsen. Für unsere CAx-Lösung gibt eine ganze Reihe von Alleinstellungsmerkmalen. Mit Pro Engineer hat der Ingenieur eine skalierbare, parametrische Lösung, die bei Bedarf schnittstellenlos mit seinen Anforderungen mitwächst. Der Entwickler im Zwei-Mann-Ingenieurbüro arbeitet mit der gleichen Software wie der hochgradig spezialisierte Entwickler in einem 50000-Mann-Unternehmen.
Allein schon unser Basispaket Pro Engineer Foundation XE ist ein Komplettpaket für den Maschinenbau, das alle Anforderungen für die Maschinenbaukonstruktion erfüllt. Je nach Bedarf können Spezialmodule wie die NC-Bearbeitung freigeschaltet werden. Kunden, die Wettbewerbsprodukte einsetzen, müssten zum Beispiel für den Werkzeug- und Formenbau die Lösung eines Drittanbieters kaufen und integrieren. Hierdurch kommen wieder zusätzliche Schnittstellen ins Spiel, die einen erhöhten Abstimmungsbedarf und neue Fehlerquellen nach sich ziehen. Kurzum, das kleinste Paket von Pro Engineer hat in seinen Funktionalitäten etwa den Umfang wie die umfangreichste Version der anderen Anbieter.
Der Konsolidierungsprozess im PLM-Markt ist bereits weit fortgeschritten. Im KMU-Bereich sehen Sie noch Zuwächse. Wird dieser Zuwachs organisch sein oder durch Zukäufe entstehen?
Harrison: Das würde ich etwas differenzierter betrachten. Was das Wachstum im KMU-Bereich anbelangt, haben Sie Recht. Allerdings haben wir letztes Jahr über alle Marktsegmente hinweg betrachtet zum ersten Mal mehr Windchill-Lizenzen verkauft als Pro Engineer-Lizenzen, das heißt dass der Markt PLM-Lösungen mittlerweile stärker nachfragt als CAx-Lösungen. Sie müssen wissen, dass wir unseren Markt in vier Segmenten betrachten. Da gibt es die klein- und mittelständischen Kunden für CAx-Lösungen sowie diejenigen bei Großunternehmen. Die anderen beiden Segmente betreffen PLM-Lösungen im eigentlichen Sinne, also Plattform-Lösungen für die Verwaltung von CAx-Daten beziehungsweise für die unternehmensweite, globale Zusammenarbeit.
Auch hier unterscheiden wir wieder nach Firmengröße, also die klein- und mittelständischen Unternehmen auf der einen Seite und die Großunternehmen auf der anderen Seite. Von den vier Segmenten ist lediglich ein Markt gesättigt und konsolidiert, nämlich der Markt für CAx-Lösungen für Großunternehmen. Für den CAx-Markt im KMU-Bereich prognostizieren die Analysten 15% Wachstum und ein Marktpotential von knapp 5 Mrd. US-Dollar. Das erklärt auch unser starkes Wachstum in diesem Segment. Der Markt für mittelständische PLM-Lösungen ist gerade erst im Entstehen und weist mit etwa 33% logischerweise die höchste Wachstumsrate auf. Dahinter steckt ein Marktpotential von etwa 1,6 Mrd. Dollar. Hier haben wir uns mit Windchill Productpoint sehr gut in Stellung gebracht.
Nicht minder interessant ist der PLM-Markt für Großunternehmen. Er stellt mit einem Marktbedarf im Gegenwert von etwa 6,4 Mrd. Dollar den größten der vier Märkte dar und wächst aktuell mit 15%, was wir auch an unseren allgemeinen Windchill-Umsätzen sehen können. Insgesamt werden wir vor allem organisch wachsen. Akquisitionen gegenüber stehen wir aber grundsätzlich offen, sofern sie unser Portfolio strategisch komplementieren.
PTC betreibt einen Teil seiner Entwicklung in China. In wie weit ist der Schutz des geistigen Eigentums in der eigenen Entwicklung ein Thema?
(ID:288367)