EMO Hannover 2017

Noch Klärungsbedarf: Sicherheit von Werkzeugmaschinen

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Versicherungen beziehen Stellung zu Betriebsarten

Ein weiteres kontroverses Thema sind die „Betriebsarten“ einer Maschine, etwa wenn der Bearbeitungsprozess eingerichtet oder im Betrieb genau beobachtet werden muss. Besonders problematisch kann die Störungsbeseitigung beziehungsweise die Instandhaltung sein, wenn dabei Sicherheitseinrichtungen deaktiviert werden: Bei der sogenannten „Goldenen Zunge" (als manipulativ vorgetäuschtes Signal „Schutztüren sind geschlossen und verriegelt“) ist das Unfallrisiko nach Untersuchungen der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) circa 10- bis 20-mal höher als im ungestörten Produktionsbetrieb.

Nun hat die DGUV im Januar 2017 eine bundesweit abgestimmte Position angekündigt, die sich bisher offenbar nur an die Hersteller von Maschinen richtet. Der Titel lautet: „Anleitung für Hersteller zur Risikobeurteilung von Maschinen und Maschinenanlagen bezogen auf den Aspekt der Maßnahmen gegen Manipulation von Sicherheitseinrichtungen.“

Weil die Manipulation von Sicherheitseinrichtungen aber in hohem Maße auch mit betrieblichen Rahmenbedingungen zu tun hat, ist dabei eine Mitarbeit des VDW unerlässlich, damit das DGUV-Papier das Thema ganzheitlich angeht. Es ist angestrebt, am VDW „Safety Day“ am 19. September 2017 auf der EMO Hannover einen abgestimmten Stand vorzulegen.

Im Interview mit Peter Steger, Konstrukteur bei der Grob-Werke GmbH & Co. KG, Mindelheim, und Mitglied des VDW-Arbeitskreises, wird erkennbar, wie sorgfältig kritische Interaktionen von Mensch und Maschine anzugehen sind, um das erhöhte Risiko zu beherrschen. Die oben genannten Typ-C-Normen geben den Konstrukteuren dazu argumentative Rückendeckung mit allgemein gehaltenen Betriebsarten (beispielsweise dem „Service Betrieb“), die auch im Arbeitskreis regelmäßig thematisiert werden.

Darüber hinaus gehen manche Unternehmen eigene Wege, um die allseits beklagte Manipulation mit Hersteller-spezifischen Betriebsarten zu vermeiden; das heißt, gewisse Instandhaltungstätigkeiten an der Maschine werden nur von eigenem Service-Personal durchgeführt.

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