Ausschuss Normenpraxis Normenkontrolle treibt Innovationen voran

Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Ulrike Gloger

Berlin (ug) – Alle zwei Jahre richtet der Ausschuss Normenpraxis (ANP) die Konferenz Normenpraxis aus, die wichtige aktuelle Themen behandelt. Dieses Jahr stieß das Treffen insbesondere bei mittelständischen Unternehmen auf eine rege Resonanz. Denn Rückrufaktionen sowie die zunehmende Produktpiraterie bedrohen die eigene Wirtschaftskraft.

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„Der Normenausschuss arbeitet die komplexen Fragestellungen auf und stellt somit das Bindeglied zwischen Industrie und Anwendern dar“, sagt ANP-Vorsitzender Rüdiger Trötsch von Siemens ISS. Die richterliche Relevanz von Normenfragen habe deutlich zugenommen und sei ein brisanter Zustand, bilanziert der Experte. „Zwar kann nicht jeder Konstrukteur alle Regelwerke ständig parat haben, trotzdem sollten KMU die rechtlichen Anforderungen einhalten.“

Dass sich Fälle wie die Rückrufaktion des Spielzeugherstellers Mattel nicht auch im klassischen Maschinen- und Anlagenbau häufen, dafür sorgen Industrienormen und Standards. Denn eine reine CE-Kennzeichnung der Produkte reicht nach Auffassung der Experten kaum aus.

Maschinenrichtline stärker in die Normenpraxis einbinden

So gilt es nach Auffassung Michael Lörzers von Globalnorm, die Maschinenrichtlinie (MRL) stärker in die Normenpraxis einzubinden, zu kontrollieren und eine Marktaufsicht für die Produktsicherheit zu etablieren. „Nicht die Norm ist das Problem, sondern deren sachgemäße Anwendung.“ Die nationale und internationale Rechtspraxis orientiere sich nämlich nicht an der Frage, in welcher Stückzahl die jeweiligen Produkte auf den Markt gelangten, erläutert Rechtsanwalt Christian Thomas Stempfle. „Entscheidend für das Haftungsrisiko ist allein, ob ein die Sicherheit gefährdendes Produkt auf den Markt gebracht worden ist, sei es ein Massenprodukt oder eine Industrieanlage“, gibt der Rechtsexperte zu bedenken. Dafür stehe in letzter Konsequenz immer die Chefetage grade.

Weltweit sollten Unternehmen deshalb den Aspekt der Produzenten- und Produkthaftung in ihr Risikomanagementsystem integrieren. Die unmittelbare Verantwortlichkeit der Unternehmen dokumentieren mittlerweile auch zahlreiche europäische Vorgaben wie die EG-Produktsicherheits- und Produkthaftungsrichtlinie. „Die Arbeit der Unternehmen beginnt mit dem Produktdesign, geht über den eigentlichen Herstellungsprozess hinaus, sie schließt die notwendige Gestaltung von Bedienungsanweisungen mit entsprechenden Warnhinweisen ein und endet erst bei der Produktbeobachtung am Markt“, bilanziert Stempfle.

Verknüpfung von Gesetzgebung und Normung baut technische Handelshemmnisse ab

Durch die Verknüpfung von Gesetzgebung und Normung ließen sich technische Handelshemmnisse wirksam abbauen, ergänzt Ministerialrat Norbert Barz, zuständig für Normenfragen im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Der Experte setzt vor allem auf verstärkte europäische Anstrengungen bei der Harmonisierung. „Davon kann auch der Maschinenbau profitieren, wenn er seine Produkte europaweit besser vermarkten kann und sich das Produkthaftungsrisiko parallel dazu minimieren lässt“, so Barz weiter.

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