China im Hintertreffen Olaf Scholz will Lithium aus Serbien sichern

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will heute eine EU-Partnerschaft mit Serbien zum Abbau des für Elektroautos so wichtigen Lithiums mit ins Leben rufen.

Lithium ist für die Energiewende bisher unersetzlich, weil man es für Batterien braucht – hier beim Abbau. Bundeskanzler Scholz will deshalb heute mit Serbien ein Abkommen treffen, wodurch Lithium dort umweltschonend gewonnen werden soll. Davon hätten beide Seiten was ...(Bild:  Lithido)
Lithium ist für die Energiewende bisher unersetzlich, weil man es für Batterien braucht – hier beim Abbau. Bundeskanzler Scholz will deshalb heute mit Serbien ein Abkommen treffen, wodurch Lithium dort umweltschonend gewonnen werden soll. Davon hätten beide Seiten was ...
(Bild: Lithido)

Bei seinem Besuch in Belgrad wird Olaf Scholz mit Präsident Aleksandar Vucic und dem Vizepräsidenten der EU-Kommission, Maros Sefcovic, an der Unterzeichnung eines Abkommens für die Belieferung mit Lithium teilnehmen. Damit soll eine umweltverträgliche Förderung des wertvollen Leichtmetalls im Jadar-Tal möglich werden. Denn dort schlummere nicht zuletzt eine der größten europäischen Reserven des weltweit äußerst knappen und begehrten Rohstoffs, der für die Herstellung von Batterien – und damit für die Energiewende – unersetzlich sei. Für beide, Serbien und die EU, geht es bei diesem Rohstoffabkommen also um relativ viel. Denn das Ziel Serbiens ist es, eine Wertschöpfungskette für Elektromobilität vom Abbau des Rohstoffs bis zur Batteriefertigung aufzubauen. Das bedeutet Staatseinnahmen, Investitionen und Arbeitsplätze – aber auch mehr Nähe zur EU. Nicht zuletzt strebt Serbien einen Beitritt zur Europäischen Union an.

Die EU hat sich gegen China durchgesetzt

Für Scholz ist das Abkommen Teil seiner China-Strategie. Diese soll dabei helfen, auf die Abhängigkeit bei Rohstoffen von der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu durchbrechen. China kontrolliert bekanntlich einen großen Teil des Abbaus und der Verarbeitung von Lithium weltweit. Nach Meinung des Bundeskanzlers kann man nicht einerseits diese Situation beklagen und andererseits selbst kein Lithium abbauen wollen. Das müsse zwar an vielen Orten der Welt geschehen, aber eben auch in Europa. Und das soll dann so gemacht werden, dass es der Wirtschaft nutze, aber gleichzeitig die Umwelt schone. Aber Auch China hatte sich um den Lithiumabbau in Serbien bemüht! Denn im Mai war Präsident Xi Jinping in Belgrad. Dass man sich trotzdem nun als Europäer durchgesetzt hat, wird von deutscher Seite als großer Erfolg gefeiert, der vielleicht auch Ausstrahlungskraft auf weitere Rohstoffprojekte haben kann.

Lithium für über eine Millione Elektroautos pro Jahr

Das Lithiumabkommen hat eine längere Vorgeschichte. Denn bereits vor drei Jahren gab der australische Bergbaugigant Rio Tinto bekannt, dafür eine Milliardeninvestition tätigen zu wollen. Nach Schätzung des Unternehmens kann das geplante Bergwerk jährlich 58.000 Tonnen Lithium produzieren. Das würde serbischen Medienberichten zufolge den Bedarf von 1,1 Millionen Elektrofahrzeugen decken, was etwa 17 Prozent der europäischen Produktion entspricht. Und die Autohersteller Mercedes-Benz und Stellantis verhandeln mit Rio Tinto bereits über eine Beteiligung am geplanten Projekt. Die beiden – und weitere Unternehmen – werden deshalb mit der serbischen Regierung ebenfalls eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit unterzeichnen

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