Zerspanungswerkzeuge Optimierte Komplettbearbeitung von Windkraftkomponenten

Autor / Redakteur: Claus Ehlers / Rüdiger Kroh

Bei der Optimierung der Komplettbearbeitung von Planetenträgern für Windkraftanlagen wurde nicht nur die eigentliche Zerspanung betrachtet, sondern auch das gesamte Produktionsumfeld. Am Ende hatten sich pro Werkstück die Zeiteinsparungen auf über 200 Minuten aufsummiert.

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Die stark gestiegenen Energiepreise haben weltweit zu einem Boom bei erneuerbaren Energien beigetragen. Dies spürt auch die Windenergiebranche in Deutschland: Ende 2008 beschäftigte die Industrie bereits 90 000 Mitarbeiter, die knapp 30% der weltweit produzierten Windkraftanlagen herstellten. Prognosen gehen von einem Investitionsvolumen von 35 Mrd. Euro bis zum Jahr 2020 aus.

Boom bei Windenergie macht Produktivitätserhöhung notwendig

Von den seit Jahren steigenden Investitionen in erneuerbare Energien profitiert auch die Flender-Gruppe, einer der weltweit führenden Hersteller von Komponenten der mechanischen und elektrischen Antriebstechnik. Im Werk Chemnitz/Wittgensdorf stellt Flender Guss unter anderem Planetenträger für Windkraftanlagen her – von der Gussform bis zur mechanischen Komplettbearbeitung.

Um das Produktivitätspotenzial noch besser auszuschöpfen, hat Flender gemeinsam mit Sandvik Coromant ein Productivity Improvement Program (P.I.P.) durchgeführt mit dem Ziel, Stückkosten zu senken, den Deckungsbeitrag zu erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Hohe Nachfrage erfordert nachhaltige Steigerung der Produktivität

Die anhaltende Nachfrage der Windkraftanlagenhersteller führte immer wieder zu Kapazitätsengpässen. Die hohe Auslastung in der Vergangenheit ließ Flender allerdings kaum Zeit, nachhaltigere Lösungen zur Steigerung der Produktivität zu implementieren.

Fehlende Kapazitäten in der eigenen Gießerei konnten zwar durch externe Zulieferer abgefedert werden, ein entscheidender Engpass zeigte sich jedoch bei der Komplettbearbeitung der Planetenträger für Windkraftanlagen auf vier Carnaghi-Karusselldrehmaschinen. Die Durchlaufzeiten waren teilweise zu lang, die Stillstandszeiten zu hoch und Bestände an nicht fertig bearbeiteten Werkstücken behinderten einen reibungslosen Betriebsablauf.

Produktivitätssteigerung ist mehr als höhere Zerspanleistung

Aufgrund der positiven Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Sandvik Coromant bei einem anderen P.I.P.-Projekt im Flender-Werk Bocholt entschied man sich für die erneute Zusammenarbeit. Dazu beigetragen hat sicher auch die Erkenntnis, dass Sandvik Coromant bei diesen Projekten ganzheitlich nach Möglichkeiten zur Produktivitätssteigerung sucht. Das bedeutet, dass nicht nur die eigentliche Zerspanung betrachtet wird, sondern auch das gesamte Produktionsumfeld inklusive der dazugehörigen Arbeitsabläufe.

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