Markieren

„Optische Schreibmaschine“ ermöglicht Laser-Kennzeichnung auf Glas

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Beim lasergestütztem Heißbiegen von Glas haben die Wissenschaftler unter anderem drei Verfahren unter die Lupe genommen. Im ersten Szenario wurde die Scheibe homogen auf 600 °C rhitzt, im zweiten ein 120 mm bereiter Bereich im Scheitel zusätzlich um 50 auf 650 °C erwärmt und im dritten, ebenfalls im Scheitel, ein 160 mm Streifen auf 650 °C erhitzt. Die mit Abstand besten Ergebnisse brachte das letzte Szenario. Nach nur 200 s lag das Glas plan auf der Form. Bei den beiden anderen Varianten gab es, auch nach erheblich längerer Zeit, Spalten, unter anderem in und an den Ausläufen der Biegezonen.

Laserschneiden - Trennen ohne Fugen

Dr. Roland Mayerhofer von der Rofin-Baasel Lasertech GmbH & Co. KG stellte einen neuen Laserschneideprozess vor, mit dem es möglich ist, Glas und andere transparente oder spröde Materialien schnell und fugenlos gerade oder kurvig zu trennen. Gearbeitet wird mit einem sogenannten Filamentationsprozess. Dabei werden mit Ultrakurzpulslasern in schneller Folge Filamente in das Glas quasi hineingeschossen.

Bildergalerie

Es entstehen hohle röhrenartige Gebilde mit einem Durchmesser von ein bei zwei Mikrometer und einer Länge von derzeit bis zu 4 mm, die das Glas, ohne dass es irgendwelche Rückstände gibt, trennen. Und das ohne jegliche Einflüsse auf die Biegebruchfestigkeit. Wie Mayerhofer mitteilte, sei es möglich, 50 Mikrometer bis 10 mm dickes Glas mit dem Verfahren zu bearbeiten. Die Schnittgeschwindigkeit liege, je nach Material, zwischen 300 und 1000 mm/s. „Sehr gut“, so Mayerhofer, funktioniere die neue Technik bei gehärtetem und „eingeschränkt“ bei getempertem Glas. Eine „gewisse Herausforderung“ sieht er, wenn nicht nur Außen-, sondern auch Innenkonturen geschnitten werden. Mayerhofer: „Die Schwierigkeit besteht darin, das Material, das dann mit Null-Spalt im Glas hängt, herauszubringen.“

Nachholbedarf bei Datenermittlung und -verarbeitung

Was die Zukunft angeht, sieht Dr. Gerd Kleideiter die Maschinenhersteller gerade im Bereich Beschichtungstechnik vor „große Herausforderungen“ gestellt. Kleideiter, der sich bei der Grenzebach Maschinenbau GmbH mit der Entwicklung von Schichtsystemen beziehungsweise Beschichtungswerkzeugen befasst, sieht gerade im Bereich der Datenermittlung und -verarbeitung noch erheblichen Nachholbedarf. „Was das Messen und die Datenverwaltung anbelangt, müssen wir deutlich mehr tun.“

(ID:43268960)