Porträt

Patentkönig aus dem Schwarzwald

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Feueranzünder und Blitzlicht: Erste Schritte als Erfinder

Er wird 1919 in Tumlingen im Schwarzwald geboren und macht nach der Schule eine Ausbildung zum Schlosser. „Ich wollte immer Ingenieur werden, das muss was ganz Tolles sein, dachte ich“, berichtet Fischer. Doch der Krieg verwehrt ihm den Wunsch. Aber die Freude und Neugier, ein Geheimnis zu lüften, lassen ihn nicht los. Er erkennt, dass jede Erfindung ganz klein anfängt und oft aus der Not heraus geboren wird. Und 1948 ist dies der Fall: Nach dem Krieg sind Streichhölzer im Schwarzwald Mangelware, doch Feuer ist lebenswichtig. Also konstruiert er einen elektrischen Feueranzünder. Das wird die erste kleine Einnahmequelle für ihn und seine Frau. Das junge Ehepaar tauscht die Geräte gegen Butter, Eier, Schinken und Werkzeug.

Durch Zufall macht der Schwabe seine nächste Erfindung: 1949 soll seine kleine Tochter Margot fotografiert werden. Die bestellte Fotografin hat Riskantes vor: Sie will während der Aufnahme einen Blitz erzeugen, indem sie einen mit explosivem Pulver gefüllten Beutel anzünden will. Die Stichflamme soll den Raum erhellen. Das ist Fischer nicht geheuer. Er schickt die Fotografin wieder fort und nimmt sich der Sache selber an. Ein halbes Jahr später meldet er sein erstes Patent an: ein „Magnesiumblitzlicht-Gerät für Photoapparate“.

Das synchrone Blitzlicht war die erste große Erfindung, die Artur Fischer später bekanntmachte. Noch bekannter wurde er durch die Erfindung des Spreizdübels (S-Dübel), der 1958 patentiert wurde. Bis dahin waren die Schraubenhalter nämlich glatt und entweder aus Holz oder aus Metall. Schlagbohrmaschinen gab es auch noch nicht und die Löcher mussten mitunter sogar mit Meißel und Hammer von Hand geschlagen werden. Das Ergebnis war oftmals nicht zufriedenstellend.

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