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Freilich muss eine Photovoltaik-Fassade neben der Erzeugung von sauberem Strom auch noch andere Anforderungen erfüllen. Der Schutz vor Wind und Wetter ist bei allen befragten Anbietern gang und gäbe und sie achten auch auf das repräsentative Aussehen ihrer Fassadenmodule. Je nach Kundenwunsch sind auch Isolierglas oder lichtdurchlässige Elemente erhältlich.
Photovoltaikmodule für viele Gebäudeteile
„Wir bieten Photovoltaikmodule nicht nur für Fassaden an, sondern zum Beispiel auch für Terrassenüberdachungen, Atrien oder Shedkonstruktionen“, erläutert Dieter Moor, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb bei Ertex Solar in Amstetten. Bösch wiederum bietet auch kombinierte Module für die gleichzeitige Gewinnung von Solarstrom und Warmwasser aus Sonnenenergie.
Auch die Photovoltaik kann noch mehr: „Durch den Einsatz von Solarelementen in der Gebäudehülle ist es zum Beispiel möglich, Kosten bei mechanischen Abschattungssystemen einzusparen. Durch vorgehängte semitransparente Solarelemente, die einen geringeren Hitzeeintrag zur Folge haben, können auch Klimaanlagen kleiner ausgelegt werden. Und beim Einsatz großer, semitransparenter Solardächer lässt sich der Bedarf an künstlichem Licht reduzieren“, berichtet Huber.
Gesamtnutzen bei Solarfassaden in den Vordergrund stellen
Deshalb gelte es, den Gesamtnutzen in den Vordergrund zu stellen: Eine Solar-Glasfassade biete bei einer Warmfassade Wärmedämmung, einen niedrigen Gesamtenergie-Durchlass mit einem G-Wert von 12%, man erspare sich eine außenliegende Verschattung und produziere noch Strom.
Wenn es um Photovoltaik-Fassaden geht, setzen alle befragten Hersteller auf Dünnschicht-Technik: Schott Solar, Ertex Solar und Solator verwenden Dünnschicht-Solarzellen auf Basis von amorphem Silizium (aSi). Sulfurcell und Bosch Solar nutzen Dünnschicht-Solarmodule aus Chalkopyrithalbleitern (CIS/CIGSe), also mit Kupfer-Indium-Sulfid, bei Bosch auch mit Gallium und Selen, als Absorbermaterial.
Dünnschicht-Solarmodule bieten Vorteile bei Photovoltaik-Fassaden
„Dünnschicht-Module wandeln selbst schwaches und diffuses Licht in der Regel besser in Strom um als kristalline. Darüber hinaus bleibt die Stromausbeute an heißen Tagen im Sommer weitgehend konstant, während sie bei kristallinen Modulen mit zunehmender Temperatur abnimmt“, erläutert Huber. Dünnschicht-Module könnten zudem in Größe, Design und Leistung an individuelle Erfordernisse angepasst werden. Daher würden sie besonders oft bei größeren Architekturprojekten zum Einsatz kommen, bei denen Solarmodule beispielsweise direkt in die Gebäudehülle integriert werden.
Artikelfiles und Artikellinks
Link: Fördermitteldatenbank von Schott Solar
Link: Informationen zum KfW-Förderprogramm erneuerbare Energien
Link: Bericht der Messe Glasstec zur Photovoltaik-Gebäudeintegration
Link: Sulfurcell-Pressemitteilung zum eigenen energieautarken Verwaltungsgebäude
Link: Pressemitteilung von Bosch Solar zum ersten Fassaden-Solarprojekt
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