Handlinggeräte Pick-&-Place-Modul mit Linearachsen spart Platz bei Dichtringfertigung

Autor / Redakteur: Jens Knölke / Rüdiger Kroh

Manchmal muss es eine Gerade sein: Bei der Neukonstruktion einer Sondermaschine für die Dichtringfertigung erwies sich eine Pick-&-Place-Einheit mit Linearachsen als ideale Lösung. Das Ergebnis: weniger Platzbedarf, geringerer Energieverbrauch und eine bessere Zugänglichkeit der Arbeitsstationen.

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Bild 1: Kompakt und trotzdem gut zugänglich sind die einzelnen Arbeitsstationen angeordnet (v. l. n. r.): Dichtungsrohling annehmen und wenden, Dichtkante stechen, Federring einsetzen und auf Fehler prüfen.
Bild 1: Kompakt und trotzdem gut zugänglich sind die einzelnen Arbeitsstationen angeordnet (v. l. n. r.): Dichtungsrohling annehmen und wenden, Dichtkante stechen, Federring einsetzen und auf Fehler prüfen.
(Bild: Weiss)

Nach drei Monaten im Produktionsbetrieb hat die Sondermaschine zur Endbearbeitung von Radialwellendichtringen bei Freudenberg Simmerringe in Weinheim ihre Bewährungsprobe bestanden. Die Pick-&-Place-Lösung basiert auf dem HP-140-Handlinggerät mit Linearachsen von Weiss.

Servomotoren sind im Vergleich zur Pneumatik die energiesparendere Lösung

Die alte Maschine war an ihre Grenzen gestoßen. Nach vielen Umbauten und Erweiterungen gab es um den Rundtakttisch herum kaum noch Platz und die Pneumatiksteuerung machte Anpassung und Umrüstung zeitaufwendig. Die neue Maschine für die Produktionserweiterung der Simmerringfertigung sollte daher nicht nur einfacher zu bedienen und zu warten sein, sondern auch kompakt mit einem geringeren Energieverbrauch.

Schon in der frühen Konzeptphase war klar, dass diese Vorgaben nur mit zwei fundamentalen Änderungen erreicht werden konnten: Servo statt Pneumatik und linear statt rund. Ein sogenannter „walking beam”, ein horizontaler Arm mit vier Greifern, sollte die Radialwellendichtringe von einer Bearbeitungsstation zur nächsten weiterreichen.

Servomotoren waren früher verpönt, doch heute sind sie im Vergleich zur Pneumatik auf jeden Fall die energiesparendere Lösung. Eine lineare Anordnung verbessert die Zugänglichkeit, da jede Bearbeitungsstation von zwei Seiten und nicht, wie bei einer runden Konfiguration, nur von außen erreichbar ist.

Pick-&-Place-Einheit verbindet horizontale und vertikale Linearachse

Seit 15 Jahren setzt Freudenberg Rundschalttische von Weiss ein. Weil das Unternehmen eher mit Drehbewegungen in Verbindung gebracht wird, galt der erste Gedanke einer SH-75-Hub-Dreheinheit, die mit ihren unabhängigen Servoachsen einen Punkt im Pflichtenheft erfüllt hätte. Die Drehbewegung mit einem Kurbel- oder Scherenmechanismus in eine Linearbewegung umzusetzen, wäre jedoch sehr umständlich gewesen. Daher fiel die Wahl dann auf das Handlinggerät HP 140.

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