Anbieter zum Thema
In einem weiteren Schritt sind die Greiferbewegungen mit den Werkzeugbewegungen zu synchronisieren. Dazu werden die generierten Daten in die Delmia-Simulationssoftware eingespeist. Das Ergebnis dieser Simulation sind Informationen zum Kollisionsstatus. Es wird protokolliert, ob der konstruierte Greifer zum jeweiligen Werkzeug passt. Es ist aber auch möglich, dass im Ergebnis der Simulation Veränderungen am Umformwerkzeug durchgeführt werden müssen, damit das Tooling das Werkstück kollisionsfrei entnehmen oder einlegen kann. Gleichzeitig werden die Bewegungen der Werkstücke und Werkzeuge optimiert.
Umformprozess wird schneller und die Hubzahl erhöht sich
Ein Ergebnis kann dabei sein, dass die Werkzeuge weniger öffnen müssen als zunächst geplant. Das heißt, der Umformprozess wird schneller und die Hubzahl erhöht sich. Dadurch wird sich der Verkettungsroboter schneller bewegen. Das vorhandene Roboterprogramm muss deshalb modifiziert werden. Die Veränderungen des Roboterprogramms können vorteilhafterweise offline im Büro erfolgen. Das modifizierte Programm kann dann per E-Mail oder per Datenstick in das Roboterprogramm vor Ort implantiert werden.
Nach der Greiferkonstruktion erfolgt die Fertigung und die Vormontage der Greifer im Hause Bilsing. „Wenn die Greifer im Presswerk montiert werden“, hebt Bournet hervor, „sind bereits 95 bis 98 % der notwendigen Einstellzeit der Toolings erledigt. Bei der Modifizierung des Roboterprogramms fallen vor Ort nur noch etwa 2 % des tatsächlichen Aufwands an.“
Sichere Gestaltung der Einfahrprozesse
Bei einem ersten Simulationsauftrag für Renault konnten die Einfahrprozesse sicher gestaltet werden. Es gab keine Kollisionen mehr. „Seit dem Jahr 2006 haben wir bei Renault Simulationen für etwa 100 Werkzeugsätze durchgeführt”, berichtet Bournet.
Während zuvor für die Inbetriebnahme einer dreistufigen Pressenlinie für ein bestimmtes Werkstück etwa 35 Stunden gebraucht wurden, sind es jetzt nur noch vier bis sechs Stunden, und zwar bis zu dem Punkt, wo 1000 Teile pro Stunde produziert werden. „Die Simulationen haben noch einmal unterstrichen, dass es für die Gestaltung eines produktiven Umformprozesses vorteilhaft ist, wenn die Konstrukteure der Pressen, der Werkzeuge, der Greifer- und Transfersysteme von Anfang an zusammenarbeiten.“
(ID:34865410)