Antriebstechnik

Pneumatik arbeitet schnell, sicher und günstig

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Dabei ist man bei Rexroth laut dem Manager „auf einem guten Weg“: So erhöhe die Integration von Elektronik, Sensorik und Digitaltechnik auf der Steuerungsseite „die Attraktivität der Pneumatik für viele Applikationen“.

Grund dafür sei die Kombination mit den bewährten Vorteilen auf der Aktorseite, wie hohe Wirtschaftlichkeit, Kompaktheit, Energiedichte, Sicherheit und niedrige Kosten. „Intelligente pneumatische Systeme werden immer mehr nachgefragt“, stellt Seehausen fest.

Mechatronik pusht Pneumatik hinsichtlich Funktionalität

„Servopneumatische Antriebe haben den Markt in Bezug auf bestimmte Anwendungen stark verändert“, stellt Rust fest. Als Beispiel dafür verweist der Norgren-Vertriebsleiter auf Schweißzangen für die Automobilindustrie, aber auch auf Low-Cost-Positioniersysteme für Handlingaufgaben, auf Turboladersteuerungen und Abgasreinigungssysteme von Nutzfahrzeugen: „Mit Hilfe der Servoventile sowie Servoaktoren arbeiten sie hocheffizient.“

Wesentlicher Grund dafür sei der Einzug von Elektronik und Digitaltechnik, der bei pneumatischen Linearantrieben „einen Quantensprung hinsichtlich der Funktionalität“ ausgelöst habe. „Nur mit mechatronischen Pneumatiksystemen ist es möglich, Aufgaben mit ähnlicher Präzision und Geschwindigkeit wie mit elektromechanischen Systemen zu bewältigen“, gibt Rust die Richtung für die Weiterentwicklung der Pneumatik vor.

Elektromechanische Linearantriebe werden in einigen Punkten Pneumatik immer übertreffen

Dennoch bleiben Unterschiede aufgrund des physikalischen Antriebsprinzips. Daher werden elektromechanische Linearantriebe in Punkten wie der Laststeifigkeit der Pneumatik immer überlegen sein.

Jedoch kennt Seehausen viele Anwendungen, bei denen nicht die Laststeifigkeit, sondern die Kraftkonstanz und das Fail-safe-Verhalten eine Rolle spielten: „In diesen Fällen ist ein pneumatischer Antrieb wiederum anderen Antriebstechniken überlegen“, erläutert der Projektleiter. Wie andere Automatisierungs- und Antriebsspezialisten berät Rexroth daher in alle Richtungen. So könne der Kunde die Vorzüge aller Techniken nutzen, berichtet Seehausen.

Das geht inzwischen so weit, dass bei Handlingsystemen elektromechanische und pneumatische Antriebe in einer Achse kombiniert werden. So lässt sich die Geschwindigkeit der Pneumatik zunächst für den Vorschub nutzen, bevor ein elektromechanischer Antrieb die Positionierung übernimmt.

Die Vorteile beider Antriebsprinzipien kommen dabei zum Tragen. Indem der Überlastschutz pneumatisch sichergestellt und das Bewegungsprofil elektromechanisch erzeugt wird, hat man laut Seehausen „nahezu eine perfekte Lösung“: einen Hybridantrieb.

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