Leichtbau-Highlights Polyurethan-Motorhaube schützt Fußgänger

Redakteur: Peter Königsreuther

Autos sollen laut EU immer sicherer werden; nicht nur für die Insassen: Vor allem Fußgänger sollen vor Verletzungen besser geschützt werden. Ein Projektteam aus namhaften Experten hat jetzt eine besondere Sandwich-Motorhaube in Wabenkernbauweise entwickelt, die den EU-Richtlininen voll genügt und noch einige weitere Vorteile bietet.

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Überlebt! Laut EU-Beschluss, sollen Fahrzeugkarosserien in Zukunft andere Verkehrsteilnehmer, vor allem Fußgänger, besser schützen. Eine besondere Motorhaube in Sandwichbauweise schlägt jetzt einen neuen Konstruktionsweg ein.
Überlebt! Laut EU-Beschluss, sollen Fahrzeugkarosserien in Zukunft andere Verkehrsteilnehmer, vor allem Fußgänger, besser schützen. Eine besondere Motorhaube in Sandwichbauweise schlägt jetzt einen neuen Konstruktionsweg ein.
(Bild: Hennecke)

Basierend auf langjährigem Know-how im Sandwich-Leichtbau mit Ladeböden und Schiebehimmeln sind die drei Partnerunternehmen Magna Steyr, Rühl Puromer und Hennecke nun einen Schritt in die Zukunft gegangen, wie es heißt. Ausgelöst durch schärfere Vorschriften für den Fußgängerschutz haben die Partner eine Motorhaube mit Wabenkern in Honeycomb-Struktur entwickelt, die nicht nur alle vorgeschriebenen Bauteilprüfungen bestanden hat, sondern auch deutlich leichter ist sowie eine bessere thermische und akustische Isolation aufweist als die herkömmlichen Motorhauben aus Stahl oder Aluminium.

EU-Schutzrichtlinien führen zum Entwicklungsschub

Die EU veröffentlichte 2009 die Global Technical Regulation (GTR) Nr. 9 zum Fußgängerschutz, an deren Umsetzung die Automobilhersteller und -zulieferer weltweit arbeiten. Auch bei der Neudefinition des Ratings der Euro NCAP, einem herstellerunabhängigen Crashtest-Programm, nimmt der Fußgängerschutz eine wesentlich stärkere Bedeutung ein. Um weiterhin die begehrten vier- oder fünf-Sterne-Ratings für ihre Fahrzeuge zu erhalten, müssen die Hersteller künftig größere Anstrengungen beim Fußgängerschutz betreiben.

Bisher nur technisch aufwändige Ansätze in Serie

Eine Fahrzeugkomponente stellt laut Hennecke quasi den Dreh- und Angelpunkt für den Fußgängerschutz dar: die Motorhaube. Sie soll in diesem Zusammenhang so beschaffen sein, dass sie beim Aufprall des Körpers möglichst viel Energie aufnimmt. Dafür wird unter der Haube ein gewisser freier Raum benötigt, der jedoch bei aktuellen Fahrzeugen in der Regel bis auf den letzten Kubikzentimeter mit Technik ausgefüllt wird. Das hat bisher dazu geführt, dass verschiedene Hersteller Systeme entwickelt haben, welche die Haube bei einer Kollision blitzschnell anheben – etwa mit zusätzlichen Airbags – um die vorgegebenen Werte zu erreichen. Der Nachteil dieser Systeme ist der hohe technische und wirtschaftliche Aufwand durch den Einsatz von Sensorik, Steuerung und pyrotechnischen Auslösern sowie ein erhöhter Wartungsbedarf. Außerdem brauchen diese Systeme wiederum zusätzlichen Platz in der Fahrzeugfront. Das führt zwangsläufig dazu, dass Kompromisse im Design gemacht werden müssen.

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