Leichtbau-Highlights

Polyurethan-Motorhaube schützt Fußgänger

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Um die unterschiedlichen Stauchhärten und die Stabilität, beispielsweise für Scharniere, in der Haube zu erreichen, ist der Wabenkern an den erforderlichen Stellen in speziell verstärkter Bauweise ausgeführt. Der PUR-Matrixauftrag erfolgt bei der Motorhaube im PUR-CSM-Sprühverfahren. Bei diesem patentierten Prozess werden die Faserhalbzeuge beidseitig mit einem thermisch aktivierbaren PUR-System benetzt. Hierbei ist ein gezielter, stärkerer Materialauftrag in bestimmten Bauteilbereichen möglich, wie es weiter heißt. Anschließend wird das Bauteil innerhalb der Form verpresst und ausgehärtet. Als nächster Schritt wird im RIM-Verfahren auf der Außenseite und um die Außenkante der Haube herum die lackierfähige Class-A-Oberfläche hergestellt.

Nicht nur bei der CO2-Bilanz die Nase vorn

Der Polyurethan-Sprühauftrag stelle eine optimale und dauerhafte Verbindung zwischen Glasfaser und dem Wabenkern her. Das sorge für eine extrem hohe Stabilität und Drehsteifigkeit. Über die Dicke und den Aufbau des Wabenkerns lässt sich das Crash-Verhalten der Motorhaube definiert einstellen, so die Experten. Gestalte man die Motorhaube so, dass sie im vorderen Bereich bis zum Kühlergrill hinunter reicht, entspreche auch dieser Bereich den Vorschriften für den Fußgängerschutz und lasse den Designern nahezu sämtliche Freiheiten den Frontbereich eines Fahrzeugs zu gestalten. Der konstruktive Aufbau beinhaltet noch weitere positive Effekte: Neben dem deutlich geringeren Gewicht hat die Motorhaube durch den Wabenkern sehr gute Dämmeigenschaften. Sie benötigt beispielsweise keine Dämmmatte, auf die herkömmliche Hauben kaum verzichten können. Aber nicht nur die Dämmeigenschaften gegen Lärm sind hervorragend, sondern auch die Wärmeisolierung; und das bringt Vorteile bei der CO2-Bilanz, weil der Motor wesentlich langsamer auskühlt und somit Kaltstarts im Idealfall viel seltener vorkommen. Die Motorhaube hat die umfangreichen Zulassungstests der Automobilindustrie allesamt bestanden – natürlich auch die neuen Anforderungen an den Fußgängerschutz. Diese neuartige Bauweise lasse sich zukünftig auch auf viele andere Exterieurteile, wie Heckklappen, Türen und Dächer übertragen. Nicht unerheblich sei dabei noch das Preis-/Leistungs-Verhältnis zu bemerkten, denn in diesem Zusammenhang habe diese Produktionsmethode im Vergleich zu CFK-Produkten deutlich die Nase vorn – ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer kompletten Leichtbau-Karosserie, wie Hennecke betont.

MM

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