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Ureigenes Verhalten der Papierwabe nutzen
Der Projektpartner Magna Steyr gehört zum Automobilzulieferer Magna International und ist ein weltweit führender, markenunabhängiger Entwicklungs- und Fertigungspartner der Automobilhersteller. Die Gruppe entschied sich dafür, das bereits vorhandene Know-how im Bereich Sandwichtechnik auf die Entwicklung und Serienfertigung von Exterieurteilen für Fahrzeuge zu übertragen. Die daraus resultierende Faserverbund-Motorhaube entstand mit Unterstützung von Rühl Puromer und Hennecke. Ihr liege die Idee zugrunde, eine der ureigensten mechanischen Eigenschaften der verschachtelten Papierwabenstruktur zu nutzen: den Aufprallschutz.
Class-A-Oberfläche ist kein Problem
Eine weitere wesentliche Herausforderung stellte dabei die bei Exterieurteilen geforderte lackierfähige Class-A-Oberfläche dar. Rühl Puromer gehört zu den weltweit führenden Unternehmen für die Entwicklung und Produktion von PUR-Systemen und GFK-Spezialprodukten. Die Spezialisten haben außer einem auf die Anwendung angepasstes puropreg-System zur Herstellung der Wabensandwich-Trägerstruktur ein purorim-System auf Basis PUR entwickelt, das – im Reaction-Injection-Molding-Verfahren (RIM) verarbeitet – die geforderte Oberflächengüte sicherstellt und damit die Aufgabenstellung erfolgreich löst, wie Hennecke betont.
Aufbauprinzip des Kofferraums stand Pate
Bei der Wahl der passenden Misch- und Dosiersysteme für die PUR-Verarbeitung fiel die Entscheidung zugunsten von Hennecke und seine PUR-CSM-Verarbeitungsanlagen aus. Hennecke ist laut eigenen Angaben der Weltmarktführer für großserientaugliche Produktionssysteme bei der Herstellung von Leichtbau-Preg-Composites. Nach intensiver Entwicklungszeit stehe die Serienreife der Motorhaube nun unmittelbar bevor. Vom Prinzip her ähnelt die Sandwich-Bauweise der Haube dabei dem Aufbau eines Preg-Ladebodens für Kofferraumsysteme. Für die Herstellung der Motorhaube wird ein Wabenkern von oben und unten mit Glasfasergewebe belegt.
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