Suchen

Stromspeicherung

Power to Gas ist Favorit bei den Stromspeichern für erneuerbare Energien

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Lithiumionenbatterien sind Stromspeicher für kurze Zeit

Als weitere Möglichkeit zur Energiespeicherung stellte Dr. Wolfgang Deis, Projektmanager bei Evonik Industries, großskalige Lithiumionenbatterien vor. Diese eigneten sich für kürzere Speicherzeiten und seien für unterbrechungsfreie Stromversorgungen anwendbar, aber auch für die Verteilung von Lastspitzen, einen Schwarzstart von Kraftwerken, eine Vergleichmäßigung fluktuierender Stromerzeuger, die Regelung der Netzspannung, die Erhöhung von Kurzschlussströmen sowie die Bereitstellung von Regelleistung oder -energie.

Im Projekt Lithium-Elektrizitäts-Speicher-System (Lessy) habe Evonik die Primärregelenergie, die unterbrechungsfreie Stromversorgung und die Schwarzstartfähigkeit untersucht. Eine Großbatterie mit 700 kWh Speicherkapazität und einer Regelleistung von ±1 MW wird jetzt vier Jahre lang am Kraftwerk Fenne getestet. Als Vorteile der Lithiumionenbatterietechnik nannte Deis unter anderem eine hohe Leistungs- und Energiedichte, eine hohe Sicherheit durch den keramischen Separator von Evonik in der Batterie, eine vergleichsweise hohe Zellspannung von 3,6 V, eine niedrige Selbstentladung, eine hohe Zyklenbeständigkeit, einen hohen Wirkungsgrad, einen großen nutzbaren Lastbereich sowie eine hohe Stromfestigkeit.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 6 Bildern

Vanadium-Redox-Flow- und Lithiumionenbatterien konkurrieren miteinander

Als konkurrierendes Konzept zu den Lithiumionenbatterien zeigte Dr. Stefan Haslinger von Gildemeister Energy Solutions die Vanadium-Redox-Flow-Energiespeicher. „Die Besonderheit besteht darin, dass die Energie in der Flüssigkeit gespeichert ist“, erläuterte er. Sowohl der negative als auch der positive Energieträger enthielten nur Vanadium, das bedeute, es gebe keine Querkontamination. Der Vorgang sei zudem reversibel und die Spannung der Batterie im Leerlauf zeige den Ladegrad an. „Diese außergewöhnlichen Eigenschaften führen zu einer guten Skalierbarkeit“, sagte Haslinger.

Leistung und Energie seien unabhängig voneinander skalierbar, der Elektrolyt werde nicht verbraucht. Für das Produkt Cellcube garantiere Gildemeister deshalb 10.000 Ladezyklen, eine Tiefentladefähigkeit von 100 % und eine Selbstentladung unter 1 % pro Jahr.

Redox-Flow-Batterien schon kommerziell verfügbar

Der Vanadium-Redox-Flow-Großspeicher ist nach seinen Angaben bereits kommerziell verfügbar. Das modulare System lasse sich an die Kundenbedürfnisse anpassen mit anwendungsspezifischer Leistungselektronik für jede Applikation. Die Technik biete zudem schnelle Reaktionszeiten und hohe Regelgenauigkeit bei voller Tiefentladefähigkeit, einen hohen Wirkungsgrad auch im Teillastbereich und lange Autonomiezeiten. „Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist eine Investition bereits heute sinnvoll“, so Haslinger. Allerdings müsse sich die Technik bei jeder Anlagengröße neu beweisen. Außerdem gelte es, Vertrauen bei den Kunden aufzubauen – die Technik ist laut dem Gildemeister-Manager erst vor zehn Jahren dem Labor entsprungen.

Über die Erfahrungen mit dem Druckluftspeicher-Kraftwerk in Huntorf berichtete Uwe Krüger von der Eon Kraftwerke GmbH. Die Anlage wurde 1973 von der Nordwestdeutschen Kraftwerke AG errichtet und sicherte mit damals 290 MW insgesamt 6,3 % der installierten Nettoleistung im Versorgungsgebiet ab. Aus technischer Sicht sprach damals für diese Kraftwerksart, dass die Salzstöcke vorhanden und den schnellen und häufigen Schwankungen des Speicherdrucks gewachsen waren. Zudem ließen sich die erforderlichen Anlagenteile aus Komponenten entwickeln, die bereits in der konventionellen Maschinentechnik bekannt waren. Betriebswirtschaftlich habe für das Druckluftspeicher-Kraftwerk gesprochen, dass die spezifischen Investitionskosten in der Größenordnung eines vergleichbaren Gasturbinen-Kraftwerks lagen und dass die Erzeugungskosten bei der Verwendung von Atomstrom für die Einspeicherung erheblich unter denen einer konventionellen Gasturbine lagen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 34348470)