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Stromspeicherung

Power to Gas ist Favorit bei den Stromspeichern für erneuerbare Energien

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Das Anlagenkonzept und die Anlagentechnik würden heute auch nach einer Erweiterung auf 321 MW als „betriebsbewährt“ gelten, die inzwischen flexible Anlage werde für den Belastungsausgleich, zur Spitzenlastabdeckung, im Lastfolgebetrieb und als Minutenreserve eingesetzt. „Auch im kommerziellen Betrieb wurde nachgewiesen, dass das Anlagenkonzept die technischen Anforderungen und betriebswirtschaftlichen Erwartungen voll erfüllt“, sagte Krüger.

Entwicklungsziel teil- und adiabatische Druckluftspeicher

Für die mögliche Weiterentwicklung der Technik gab Bard Strand von der Eon Gas Storage GmbH einen Ausblick. Um den Wirkungsgrad zu steigern, gelte es, die Anlage zu einem teildiabatischen und schließlich adiabatischen Druckluftspeicher zu entwickeln – dann sei kein Erdgas für das Vorwärmen der entkomprimierten Druckluft mehr nötig. Derzeit sei der Teildiabat für Druckluftspeicher-Kraftwerke der richtige Weg, weil die Zufeuerung mit Erdgas eine konstante Leistungsentfaltung, Kaltstartfähigkeit und einen Simple-Cycle-Betrieb ermögliche. Darüber hinaus sei das Ziel eine realistische Technologieentwicklung, alle Komponenten für ein Zukunftskonzept würden adressiert und es sei eine Wirkungsgraderhöhung von 20 % im Vergleich zur bestehenden Technik möglich.

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Die Rolle der Gasnetzinfrastruktur erläuterte Dr. Gerrit Volk, bei der Bundesnetzagentur Leiter des Referats Zugang zu Gasverteilernetzen, technische Grundsatzfragen, Versorgungsqualität. Pumpspeicherkraftwerke, Druckluftspeicher oder Batterien böten in Deutschland ein Speicherpotenzial von circa 0,07 TWh (el), Elektroautobatterien bei 45 Mio. Fahrzeugen zu je 10 kW insgesamt circa 0,45 TWh (el). An synthetischem Methan ließen sich im deutschen Erdgasnetz jedoch umgerechnet 120 TWh (el) speichern, was einer Reichweite von gut zwei Monaten entspreche. „Die Technik Power to Gas ist ausgereift, aber die Anwendung im industriellen Maßstab steht noch aus“, sagte Volk. „Es ist zwar ein mittel- und langfristiger Ansatz, aber wir müssen jetzt damit anfangen.“

Parallele Entwicklung von Netzausbau und Stromspeichern

Zudem warnte Volk davor, Netzausbau und Stromspeicherung gegeneinander auszuspielen – beides sei notwendig: „Stromnetzausbau und Speichermöglichkeiten sind Geschwister, die Hand in Hand gehen.“

Welche Rolle die Wahl des Ortes für Power to Gas-Speicher spielt, verdeutlichte Christopher Breuer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der RWTH Aachen. Nach einer Untersuchung der Forscher müssten diese Anlagen an den meisten Standorten in Deutschland abgeregelt werden, um die Stromnetze nicht zu überlasten. Sinnvoll sei ihr Einsatz vor allem in Nord- und Ostdeutschland. „Wenn man Power to Gas-Anlagen baut, dann am richtigen Standort“, fasste er zusammen.

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