Metav 2012

Premium Aerotec: Die CFK-Wertschöpfungskette im Griff

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Windkraftanlagenbau nutzt Erfahrungen in der Verbundwerkstoff-Verarbeitung

Die Erfahrungen aus dem Flugzeugbau nutzt Premium Aerotec, um nun auch Werkzeuge für die industrialisierte Herstellung von Rotorblättern für Windkraftanlagen zu entwickeln. „Durch den Einsatz von beheizten Toolings aus Stahl konnten wir im Vergleich zu GFK-Formen die Fertigungszeit halbieren“, freut sich der Fachmann. „Außerdem entstehen sehr viel genauere Bauteile.“

Derartige Erfolge sind aber auch nur möglich, weil die Kunden das Unternehmen in der Regel sehr frühzeitig – meist vor dem Festlegen der späteren Endkontur – an der Entwicklung des Fertigungsprozesses beteiligen. Dr. Apmann: „Wir schlagen bei Bedarf kleine Designveränderungen vor, die sich dann aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen sehr positiv auf das Herstellverfahren auswirken. Diese Empfehlungen werden von unseren Kunden sehr gerne in Anspruch genommen.“

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Für die Herstellung der RTM-Werkzeuge setzt Premium Aerotec auf Stahl oder Invar

Für kleinere Bauteile bietet sich das RTM-Verfahren an. Die Herausforderung bestand in der Entwicklung eines Verfahrens, mit dem sich – bezogen auf CFK– große Stückzahlen herstellen lassen. Ein Beispiel aus der Praxis: Es sollen sich in der geschlossenen Form bis zu 100 Teile pro Tag automatisiert fertigen lassen –- mit niedrigen Zykluszeiten (kleiner zehn Minuten), in hoher Genauigkeit (Ra < 1,0 µm), exzellenter Oberflächengüte und unter hohem Injektionsdruck (bis zu 100 bar). „Weil es sich um Außenbeplankungen handelt, benötigen wir eine perfekte Oberfläche“, meint Apmann.

Vor dem Bau führt das Unternehmen eine exakte Thermalanalyse durch. Außerdem erhalten die temperierbaren RTM-Werkzeuge Sensoren (Überwachen von Temperatur, Vakuum, Füllstand und Verschluss), um den Prozess sicher regeln zu können. Zum Herstellen der RTM-Werkzeuge setzt Premium Aerotec den Werkstoff Stahl St52 oder Invar ein. Eine wichtige Rolle spielt auch hier die Automatisierung: Ein Roboter übernimmt an der Umformpresse das Handling und die Positionierung der Bauteile.

Außenkontur wird abschließend gefräst

Die abschließende Bearbeitung der Außenkontur führte Premium Aerotec zunächst testhalber auf einer CNC-Fräsmaschine durch. „Auch das Zerspanen haben wir zunächst simuliert, um einen Werkstückbruch zu vermeiden“, sagt der Fachmann. „Ein Roboter wird im nächsten Schritt das mechanische Bearbeiten der Außenkontur übernehmen, weil wir bei ihm mehr Freiheitsgrade haben.“

Auf Fachmessen tauschen Dr. Apmann und sein Team Erfahrungen und Anregungen mit anderen Spezialisten aus. Hier werden auch Entwicklungen und Bedarfe des Marktes diskutiert. Eine wichtige Rolle spielt hier sicherlich die Metav 2012 in Düsseldorf. Dr. Apmann: „Die Metav vereint ein breitgefächertes Angebot an branchenübergreifender Fachkompetenz im Maschinen- und Werkzeugbau. Das ist eine gute Möglichkeit, das eigene Netzwerk auszubauen und möglicherweise auch Kooperationen zu schließen. Premium Aerotec ist immer interessiert, nach neuen Möglichkeiten der Geschäftsentwicklung zu schauen wie beispielsweise im Bereich der Oberflächenbearbeitung und Umformtechnik und damit kundenorientierte Lösungen zu schaffen.“

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